Leitartikel: Die Feigheit vor dem Freund

"Nichts zeigt die Diskrepanz zwischen Lippenbekenntnissen und Mut zum richtigen Handeln deutlicher als die Art, wie Deutschland sich im Fall Edward Snowden wegduckt."
Snowden Asylantrag
Edward Snowden Foto: Ole Spata (dpa)
Kürzlich war wieder einmal Tag der großen Reden auf die Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944. Alljährlich erinnern Redner vom Bundespräsidenten bis zum Geschichtslehrer an den Mut, mit dem sich Claus Schenk Graf von Stauffenberg und seine Mitverschwörer gegen das Böse stemmten. Sie werden uns Lebenden als Beispiele genannt: Unser Gewissen soll Gradmesser für unser Handeln sein. Das klingt gut. Aber wehe, wir werden beim Wort genommen, heute so mutig wie Stauffenberg unserem Gewissen zu folgen – oder zumindest denen zu helfen, die sich für uns dem Bösen entgegenstemmen: Dann wird aus denen, die gerade ...
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