Helmut Markwort antwortet auf Samstagsbrief

Helmut Markwort       -  Der 81-Jährige tritt für die FDPbei der Bayern-Wahl an
Foto: Tobias HAse, Dpa | Der 81-Jährige tritt für die FDPbei der Bayern-Wahl an

„Sehr geehrter Herr Markwort, Sie sind zu alt für den Landtag!“, hatte Redakteurin Gisela Rauch im vergangenen Samstagsbrief angemerkt. Auf diesen Brief hat der 81-jährige Journalist und FDP-Landtagskandidat Helmut Markwort geantwortet:

„Sehr geehrte Frau Rauch, da haben Sie in Ihrer Kolumne ein spannendes Thema angeschnitten: ob einer zu alt ist für ein Mandat im Landtag. Ich würde es gerne erweitern um den Aspekt, ob nicht manche zu jung und unerfahren sind, um die Interessen des Volkes in einem Parlament zu vertreten. Wir sollten uns vor Verallgemeinerungen hüten und die Einzelfälle betrachten, also die einzelnen Menschen. Da Sie mich angreifen und mir meine 81 Jahre vorwerfen, will ich als erstes die Freien Demokraten in Schutz nehmen und ausdrücklich festhalten, dass ich ein Einzelfall bin. Der Spitzenkandidat der FDP für die bayerische Landtagswahl ist 36 Jahre alt, und auf den Listen der Partei finden Sie viele Frauen und Männer im so genannten besten Alter. Ich finde, dass die FDP ihren Wählern eine gute Mischung der Generationen anbietet. In diesem Mix, ich gebe es zu, bin ich der Älteste. Falls ich in den Landtag gewählt werde, habe ich sogar gute Chancen, Alterspräsident zu werden. Ausdrücklich habe ich für keinen Platz im Spitzenteam kandidiert, war und bin aber gerne bereit, den Freien Demokraten mit meiner Erfahrung, meinem Wissen und meinen Kenntnissen zu helfen. Meine Parteifreunde trauen mir zu, dass mein noch vorhandenes Temperament und mein öffentliches Auftreten ausreichen, Wähler zu überzeugen, die wir für den Einzug in den Landtag dringend brauchen. Ich will mich anstrengen und bin gespannt, wie viele Wähler mir vertrauen. Sie haben recht, dass viele Menschen mit 81 ihre Ruhe haben wollen oder ihr Hobby pflegen. Ich spiele weder Golf noch mag ich wandern oder Unkraut jäten. Mein Hobby ist die Politik. Nach vielen Jahrzehnten als Chefredakteur bin ich jetzt frei und unabhängig und kann mich zur FDP aktiv bekennen. Nach Jahrzehnten des Kritisierens möchte ich für die Bürger mitgestalten. Erlauben Sie einem alten Menschen mit gutem Gedächtnis noch einen historischen Hinweis. Konrad Adenauer regierte mit 81 die Bundesrepublik als Kanzler einer absoluten Mehrheit. Mit 85 wurde er wieder Kanzler in einer Koalition mit der FDP. Mit 85 begründete er mit Charles de Gaulle die wichtige deutsch-französische Freundschaft. Für alle, die Beispiele aus der Welt des Fußballs bevorzugen, erinnere ich an Jupp Heynckes, den ältesten und erfolgreichsten Trainer der Bundesliga. Die Manager der Bayern haben gebettelt, dass er mit 72 nicht in den Ruhestand gehen möge. Eine Weisheit des Erfolgstrainers Otto Rehhagel kann ich abwandeln: „Es gibt keine alten und jungen Politiker. Es gibt nur schlechte und gute Politiker.“

Weitere Artikel
Themen & Autoren
Bundeskanzler Konrad Adenauer
Charles de Gaulle
FDP
Helmut Markwort
Hobby
Jupp Heynckes
Otto Rehhagel
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (1)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!