„Wir müssen Mittelwege suchen“

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81 Windräder sind in Bayern 2012 gebaut worden. Damit liegt der Freistaat im Ländervergleich auf Rang sechs – hinter den geografisch bevorzugten Küstenländern, aber auch hinter dem kleineren Binnenland Rheinland-Pfalz. Umweltminister Marcel Huber (CSU) ist dennoch zuversichtlich, was den Ausbau der Windkraft in Bayern betrifft.

Frage: Damit es mit der Energiewende klappt, müssten es doch doppelt so viele neue Windenergieanlagen pro Jahr sein?

Marcel Huber: Nur wenn Sie von einem linearen Zuwachs ausgehen. Knapp 560 Windräder sind in Bayern bereits errichtet. Wir brauchen, um unsere Ausbauziele zu erreichen, etwa 1000 neue Windenergieanlagen in zehn Jahren. Allerdings haben wir im vergangenen Jahr verschiedene Voraussetzungen für einen schnelleren Ausbau geschaffen. Diese Maßnahmen beginnen jetzt nach und nach zu greifen.

Sie haben also keine Bedenken, dass es klappen wird?

Huber: Nein. Ich bin zuversichtlich. Wir haben den Kommunen mit dem Windkrafterlass Vollzugshinweise gegeben, um die Verfahren zu beschleunigen. Und wir haben eine Gebietskulisse Windkraft als Hilfestellung für Kommunen entwickelt, die zeigt, wo Windräder sinnvollerweise errichtet werden können. Damit kann es jetzt schneller gehen. Außerdem haben wir erst kürzlich ein Förderprogramm mit sechs Millionen Euro für kommunale und Bürgerenergieanlagen aufgelegt. Allerdings gibt es die Befürchtung, dass mögliche Investoren durch eine Änderung des EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) abgeschreckt werden.

Teilen Sie diese Sorge?

Huber: Wir dürfen die Akzeptanz für die Energiewende nicht verlieren. Es ist eine schwierige Gratwanderung, die von der Bundesregierung zu bewältigen ist. Einerseits darf der Strompreis nicht davonlaufen. Andererseits muss es attraktiv bleiben, neue Ökoenergiekapazitäten zu schaffen. Wir haben aus Bayern einige Vorschläge gemacht. Im Kern wird es darum gehen, dass der Staat die Bereitschaft zum Ausbau nicht abwürgt, aber lenkend eingreift.

Weitere Hindernisse zeigen sich vor Ort. Es gibt immer öfter Widerstände gegen Windräder. Wie reagieren Sie?

Huber: Ganz grundsätzlich gilt, dass wir die Umstellung auf erneuerbare Energien in einem Industrieland nicht hinbekommen, ohne dass man die Anlagen in der Umwelt sieht. Das gilt für Windkraft, Wasserkraft, Photovoltaik und Biogasanlagen gleichermaßen. Deshalb müssen wir immer wieder Mittelwege suchen, um die Ausbauziele zu erreichen und gleichzeitig Menschen und Umwelt möglichst wenig zu belasten.

Beim Wind ist das aber offenbar besonders schwer.

Huber: Trotzdem denke ich, dass es funktionieren wird. Die Gebietskulisse weist zwei Prozent der Landesfläche als für Mensch, Natur und Umwelt verträgliche Standorte aus. Um unsere Ausbauziele zu erreichen, brauchen wir aber nur 0,2 Prozent der Landesfläche. Wir haben also zehnmal so viel Platz, wie wir brauchen. Das heißt, wir können uns die Flächen aussuchen, wo Windräder für Mensch und Umwelt am leichtesten tolerierbar sind. Und genau dort sollten wir anfangen.

Marcel Huber

Der CSU-Politiker ist seit November 2011 bayerischer Umwelt und Gesundheitsminister. Bereits seit 2003 ist er Mitglied des bayerischen Landtags und vertritt den Landkreis Mühldorf am Inn als direkt gewählter Stimmkreisabgeordneter. Von März bis November 2011 leitete Huber die bayerische Staatskanzlei. Davor war er seit 2008 Staatssekretär im Ministerium für Unterricht und Kultus. Von 2003 bis 2007 war er überdies tierschutzpolitischer Sprecher der CSU-Fraktion. Marcel Huber studierte Veterinärmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München und wurde 1983 promoviert. FOTO: Staatsministerium

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