LESERANWALT

Geschmackssache: Foto von Merz

Friedrich Merz, Foto vom 29.11
Friedrich Merz, der Redner. Bewusst hässlich dargestellt, meint ein Leser. Zu dieser Einschätzung wird nicht jede/r kommen....Erschienen am 19.11. in der Main-Post. Hier etwas seitlich beschnitten Foto: Carsten Rehder, DPA

Wörtlich schreibt mir Herr J.S. aus Würzburg: „Der unerwünschte Herr Merz erscheint in der Main-Post (19.11./S 2) natürlich mit einem ausnehmend hässlichen und abstoßenden Foto. Man erkennt die Absicht und man ist verstimmt. Objektiver Journalismus sieht anders aus. Aber das Bild war ja auch auf der Meinungsseite abgedruckt. Jetzt wissen wir: Meinung kann man auch als Bild ausdrücken.“ Richtig: Das kann man. Das sollte dann aber erkennbar gemacht sein.

 

Politiker müssen nicht schön sein

Aber trifft das auf das Foto von Merz zum Beitrag (online) „Warum Friedrich Merz zur Oberschicht gehört“ so zu, wie es J.S. beschreibt? Ich jedenfalls habe ihm geantwortet, dass er in das Foto zu viel hineindeute. Ich sehe Herrn M. darauf nicht häßlich, sondern angemessen dargestellt. Es zeigt ihn als konzentrierten Redner. Das muss dann nicht von Schönheit getragen sein. Bei Politikern suche ich anderes. Schön oder nicht, das ist ohnehin fast nur Geschmackssache.

 

"Viele Medien finden Frau AKK supertoll"

Leser J.S. gibt in unserem Schriftwechsel (noch vor der Hamburger Entscheidung der CDU-Delegierten) zu, dass es am Auge des Betrachters liegt und schließt nicht aus, dass er etwas hineininterpretiert habe. Ihm sei eben aufgefallen, dass in vielen Medien, auch im Fernsehen, kein gutes Haar an Merz gelassen werde, während alle „Frau AKK“ supertoll finden. Die Mundpartie, von Merz, die habe auf ihn den Eindruck gemacht, als würde da einer gerade hetzen und agitieren.

Wie auch immer: Zu bezweifeln ist, dass das Merz-Foto der dpa, das gewiss nicht nur diese Zeitung genutzt hat, einen Einfluss auf die Entscheidung der CDU-Delegierten in Hamburg hatte. Die würden sich den Vorwurf gewiss verbieten. (Der komplette Artikel zu Merz aus der Zeitung am Ende dieses Beitrages)

 

Besser aufpassen

Eine weitere Anmerkung aus der Leserschaft betrifft ebenfalls ein Foto, aber in einer anderen Themenwelt. Frau E.T. teilt mit, dass sie sich oft über mangelnde Recherchen ärgere, obwohl sie diese Zeitung sehr gerne lese. Der Bericht, „Neun Tipps für Saunagänger“ (26.11.), sei noch vollkommen korrekt. Darin heißt es, dass der ganze Körper nicht direkt mit dem Holz in Berührung kommen darf, also auch nicht die Füße. Aber auf dem dazugehörigen Foto falle sofort auf, dass die nackten Füße der abgebildeten Frau direkt auf dem Holz stehen. Sie fragt: „Kann man da nicht ein wenig besser aufpassen?“ (Sauna-Beitrag am Ende des Textes in Kopie).

Ja, Frau E.T., gut aufpassen muss man. Lassen doch auch beide Zuschriften die hohe Aufmerksamkeit erkennen, die Bildern zukommt.

Ähnliche Beiträge des Leseranwalts

"Ein Indiz dafür, dass die Falten der Kanzlerin die Wähler nicht beeinflussen" (2013)

Anton Sahlender, Leseranwalt. Siehe auch: www.vdmo.de

 

Saunatipps 26.11.18
Ein schlechtes Demonstrationsfoto, weil es den Tipps im Text nicht ganz entspricht.
Warum Friedrich Merz zur Oberschicht gehört. Main-Post vom 19.11.2018
Analyse zu Friedrich Merz mit Foto. Das Foto, das einem Leser nicht gefallen hat. Erschienen am 19.11.2018.

Rückblick

  1. Unbegründete Hoffnungen aus der Forschung und Panik-Gefahr
  2. Eine Beteiligte hat berichtet
  3. Vorbildfunktion in eigener Verantwortung
  4. Wichtig: Vor der Verbreitung von Kinderbildern
  5. Raser und ihre Fahrzeuge
  6. Gegen einen Nazi-Vergleich und eine Verschwörungstheorie
  7. Nebelschwaden im szenischen Einstieg
  8. Was nicht berichtet wurde
  9. Redaktioneller Transparenz nicht selbst im Wege stehen
  10. Fragezeichen in Schlagzeilen wohlüberlegt setzen
  11. Das Zittern und die Würde der Persönlichkeit
  12. Fotografierte Zeitgeschichte
  13. Sexueller Missbrauch: Bitte keine Details
  14. Persönlichkeitsschutz verletzt
  15. Empfehlung für mehr Transparenz
  16. Ein freches Foto und die Gürtellinie
  17. Wenn schaulustig nicht schmeichelhaft ist
  18. Wenn öffentliches Interesse schwerer wiegt als Vertraulichkeit
  19. Ein Fall für journalistische Verantwortung
  20. Niemand muss anonym informieren
  21. Öffentliches Interesse wiegt schwer
  22. Gestellte Wein- und Bierseligkeit
  23. Journalistische Wahrhaftigkeit und Gott
  24. Über den Opferschutz wacht der Presserat
  25. Die Straftat und der Verdacht
  26. Kräftige Worte von Marcel Reif
  27. Das war keine Würdigung
  28. Das Missverständnis mit der Zensur
  29. Im Kampf gegen falsche Nachrichten
  30. Meinungen ertragen lernen
  31. Keine Schablone über Redaktionen legen
  32. Ungenaue Führerscheinzahl: Wer stirbt, wird nicht gelöscht
  33. Konzeptionelles Nachdenken
  34. Amtsperson war früher
  35. Fußball kann man überblättern
  36. Kritik an Überschrift: Niederlage für Deutschland
  37. Falsche Tatsache im Leserbrief
  38. Kampf um Aufmerksamkeit und Reichweite
  39. Erkennbar bei öffentlicher Partei-Veranstaltung
  40. Geschmackssache: Foto von Merz
  41. Was hinter einer Polizei-Statistik steckt
  42. Ungleichgewicht in Zahlen
  43. Nachgeholte Berichtigungen
  44. Leserbriefschreiber nicht auf Fragen sitzen lassen
  45. Ein Plädoyer für Transparenz
  46. Verpixeln oder nicht?
  47. Heiße Tage und Nächte
  48. Vorteile von Kooperationen der Tageszeitungen
  49. Transparenz für das redaktionelle Konzept
  50. Die Größe des Dirk Nowitzki in der Zeitung

Schlagworte

  • Anton Sahlender
  • Fotografien
  • Friedrich Merz
  • Leseranwalt
  • Politiker, Vorteilhaft, Nachteilig, Porträt,
  • Vorteilhaft, Nachteilig, Porträt, Politiker, Foto, Bild,
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
4 4

Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!