LESERANWALT

Vorteile von Kooperationen der Tageszeitungen

Tageszeitungen der Main-Post
Auch die unterschiedlichen Ausgaben der Mediengruppe Main-Post profitieren davon, wenn verschiedene Tageszeitungen Inhalt gegenseitig zur Vefügung stellen.

Tageszeitungen müssen sich, um im gewaltig gewachsenen Medienuniversum bestehen zu können, längst als eine Gattung begreifen und behaupten. Eine Folge davon ist, dass sie vermehrt kooperieren. Dabei werden über die kritische Betrachtung der Nachteile, die zweifellos auftreten können, wenn darüber journalistische Arbeitsplätze verschwinden, oft die möglichen Vorzüge übersehen. Von denen profitieren auch die Ausgaben der Main-Post. Was ich damit meine, ist nun mein Thema.

 

Ständiger Austausch

Auf einen ständigen Austausch zwischen mehreren unterschiedlichen Tageszeitungen will ich mich dabei konzentrieren. Sie sind ein Beitrag zur Selbsterhaltung der Gattung. Zeitungen, die mitmachen, bereichern den Blick ihrer Leser und den eigenen über den lokalen Tellerrand hinaus. Und: Mittels gemeinsamer Recherchen kann in schwierigen Fällen auch noch die Qualität von Veröffentlichungen entscheidend erhöht werden.

 

Angebot für eine Million Leser

Für die Redaktion dieser Zeitung, die zur Mediengruppe Pressedruck Augsburg gehört, drängt sich der Austausch mit der Augsburger Allgemeinen auf und der mit dem Südkurier in Konstanz, der ebenfalls zur Augsburger Mediengruppe gehört. So finden sich hier Beiträge aus dem Südwesten Bayerns und Baden Württembergs, nutzwertige ebenso wie spannende. Die können, wenn sie alle nutzen, schon ohne digitale Verbreitung eine gedruckte Auflage von rund 600.000 Exemplaren erreichen, was auf über eine Million Leser umgerechnet werden darf. Das gilt dann auch für Beiträge aus dieser Zeitung.

Inhalt aus direkter Nachbarschaft entspringt zuweilen einem Austausch mit dem Fränkischen Tag in Bamberg, mit dem noch weitere lokale Kooperationen in Bad Kissingen und Kitzingen gepflegt werden, die auch auf notwendige wirtschaftliche Überlegungen gründen. Wie eine solche lokale Kooperation vor Ort aussieht, zeigt das Beispiel Lohn, wo gerade eine Kooperation mit dem Main-Echo begonnen worden ist. Lesen Sie mehr darüber in diesem Beitrag. Einfach anklicken: https://www.mainpost.de/regional/main-spessart/Main-Post-und-Main-Echo-kooperieren;art774,10103305#paywallanchor

 

Modell der Sportredaktion

Ein bemerkenswertes förderliches Miteinander, bei dem Spareffekte gerne mitgenommen werden, nutzt seit langem die Sportredaktion. Redakteurinnen und Redakteure, die sich von Treffen bei überregionalen Wettbewerben kannten, haben irgendwann begonnen, sich gegenseitig lesenswerte Artikel und Bilder zur Verfügung zu stellen. Das hat sich dauerhaft bewährt, auch bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen. Ein Beispiel ist auch der in Kopie beigefügte Beitrag vom Fußball-Länderspiel der Nationalmannschaft in Amsterdam: "Achsenbruch in Amsterdam". Er kommt von Olaf Kupfer aus der Westdeutschen Zeitung, der dabeigewesen ist.

 

Beitrag aus der Westdeutschen Zeitung in der Main-Post vom 15. Oktober 2018
Übernommen in der Main-Post aus der Westdeutschen Zeitung (Wuppertal), die auch am Austausch der Sportredaktionen teilni...

 

 

Zwölf beteiligte Zeitungen

Zwölf Sport-Redaktionen haben durch ihr Zusammenwirken die Wahl. Sie geben, wenn sie alle Beteiligten nutzen, Beiträge in eine mögliche 1,6-Millionen-Auflage, und zwar in: Reutlinger Generalanzeiger, Nordseezeitung Bremerhaven/Stader Tageblatt, Neue Westfälische/Bielefeld, Westfälische Nachrichten/Münster, Südkurier/Konstanz, Wetzlarer Neue Zeitung, Pforzheimer Zeitung, Augsburger Allgemeine, Heilbronner Stimme, Westdeutsche Zeitung/Wuppertal, Neue Osnabrücker Zeitung und Main-Post. Alle diese Gemeinsamkeiten sind der Grund, warum Leser in ihren Zeitungen mitunter auf noch ungewohnte Namen von Autorinnen oder Autoren stoßen.

 

Das Bonbon

Am Ende dieser Betrachtung weise ich noch auf ein bestens bekanntes und überaus beliebtes „Bonbon“ hin, weil dafür ebenfalls die Sport-Partnerschaft sorgt. Sie finden es jeden Samstag im Sportteil: Die gezeichnete  „Spottschau“  des Karikaturisten Christoph Härringer. Die erscheint allerdings, im Gegensatz zu vielen anderen übernommenen Beiträgen, nur in der gedruckten Zeitung.

Ähnliche Leseranwalt-Kolumne:

"Wer die Zeitung wirklich gelesen hat, ist gut informiert und kann mitreden" (2011)

Anton Sahlender, Leseranwalt. Siehe auch www.vdmo.de

Rückblick

  1. Niemand muss anonym informieren
  2. Öffentliches Interesse wiegt schwer
  3. Gestellte Wein- und Bierseligkeit
  4. Journalistische Wahrhaftigkeit und Gott
  5. Über den Opferschutz wacht der Presserat
  6. Die Straftat und der Verdacht
  7. Kräftige Worte von Marcel Reif
  8. Das war keine Würdigung
  9. Das Missverständnis mit der Zensur
  10. Im Kampf gegen falsche Nachrichten
  11. Meinungen ertragen lernen
  12. Keine Schablone über Redaktionen legen
  13. Ungenaue Führerscheinzahl: Wer stirbt, wird nicht gelöscht
  14. Konzeptionelles Nachdenken
  15. Amtsperson war früher
  16. Fußball kann man überblättern
  17. Kritik an Überschrift: Niederlage für Deutschland
  18. Falsche Tatsache im Leserbrief
  19. Kampf um Aufmerksamkeit und Reichweite
  20. Erkennbar bei öffentlicher Partei-Veranstaltung
  21. Geschmackssache: Foto von Merz
  22. Was hinter einer Polizei-Statistik steckt
  23. Ungleichgewicht in Zahlen
  24. Nachgeholte Berichtigungen
  25. Leserbriefschreiber nicht auf Fragen sitzen lassen
  26. Ein Plädoyer für Transparenz
  27. Verpixeln oder nicht?
  28. Heiße Tage und Nächte
  29. Vorteile von Kooperationen der Tageszeitungen
  30. Transparenz für das redaktionelle Konzept
  31. Die Größe des Dirk Nowitzki in der Zeitung
  32. Mehr als ein nach Dresden modern gewordenes Verständnis
  33. Parteigänger und ihre Vorstellungen
  34. Wider den Vorwurf, Redaktionen würden Meinungsfreiheit einschränken
  35. Aufgeklebte Werbung einer Partei
  36. Reichweite ist nicht alles
  37. Lehren für den Journalismus
  38. Kritikwürdiges Boulevardstück
  39. Analysen sind Meinung
  40. Wer hat hier Kummer mit wem?
  41. Treffende Argumente statt zuspitzender Worte
  42. Die überflüssige Ohrfeige
  43. Wenn Söder im Bericht plötzlich ätzt
  44. Der verbrämte Nazi-Vergleich
  45. Worte an WM-Desinteressierte
  46. Herkunft von Nachrichten offenlegen
  47. Kreuzerlass: Vorwurf einer falschen Behauptung
  48. Versuchte Einschüchterung
  49. Keine mildernden Umstände für ängstlichen Leser
  50. Disskussionsmüll vermeiden

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