Absage des Empfangs für den Bund der Vertriebenen im Würzburger Rathaus sorgt für Diskussionen

Zum Artikel „Rechter Redner unerwünscht“ (2.10.) über den Publizisten Michael Paulwitz und den Bund der Vertriebenen:

Bekanntlich hält ein jeder Mensch etwas völlig anderes, das dann auch im Widerspruch zur vorhandenen Realität stehen kann, für die einzig reine Wahrheit; denn Wahrheit lässt sich nach Gusto verbiegen. Sieht man einmal vom Prinzip „Ursache und Wirkung“ im Fall der Heimatvertriebenen ab, so stellt sich nach dem Abtritt von Frau Steinbach die grundlegende Frage, wohin sich der BdV entwickeln will? Haben sich die Vertriebenen nicht letztlich als die eigentlichen großen Gewinner des deutschen Wirtschaftswunders herausgestellt? Profitierten sie nicht von den mannigfachen Leistungen der Steuerzahler, welche für die Entschädigungen Gewehr bei Fuß stehen mussten? Trotzdem gibt es in den Reihen dieser ewig Scholle-Gebundenen eine große Gefolgschaft des Revanchismus. Der rechte Redner Paulwitz ist einer davon. Es ist an der Zeit, dass der Wind des Vergessens über dieses dunkle Kapitel der Vergangenheit hinweg streicht.

Bernhard Feghelm, 97076 Würzburg

Wir leben seit vielen Jahren in Würzburg und haben bis heute die Stadt immer als offen und entgegenkommend empfunden. Nun musste ich aber erfahren, dass ich als Vertriebener nicht würdig bin, im Rathaus der Stadt empfangen zu werden. Vielleicht muss ich mich in Würzburg demnächst auch schämen, einen Vertriebenenausweis zu haben.

Norbert Blistyar, 97084 Würzburg

Meine Hochachtung dem Bürgermeister Schuchardt und den Stadträten zur Absage des Empfangs des Bundes der Vertriebenen im Würzburger Rathaus! Dass auch Günther Rinke, der stellvertretende Bezirksvorsitzende des BdV, die Konsequenzen zieht, ist ebenso lobenswert. Ein Mitglied der Republikaner als Redner einzuladen, zeigt ja deutlich, wes Geistes Kinder ein Teil dieser Vereinigung ist. Die Aussage von Herrn Krohn, die Republikaner seien im Übrigen eine zugelassene Partei und man müsse entsprechende Meinungen tolerieren, hätte man kaum besser formulieren können.

Eberhard Schmidt, 97840 Windheim

Hier haben sich die sogenannten und selbst ernannten Demokraten und Mitläufer des freien Wortes und der Meinungsfreiheit als „Demokraten“ wieder einmal geoutet. Wir hatten doch schon eine braune und eine rote Diktatur in Deutschland. Was kommt denn nun, etwa die Diktatur der Gutmenschen oder Meinungsdiktatoren? Darum wehret den Anfängen.

Elmar Rückel, 97342 Seinsheim

Die Rede des Historikers Michael Paulwitz sorgte im Vorfeld für einigen medialen Wirbel. Beispielsweise wurde ihm die Verbreitung rechtsgerichteten Gedankenguts vorgeworfen. Wohl besorgt, sich nicht in die „rechte Ecke“ gedrängt zu sehen, zog das Würzburger Stadtoberhaupt die Einladung an den Veranstalter (Bund der Vertriebenen) für einen Empfang im Wenzelsaal zurück. Die Rede des Historikers indes war gekennzeichnet von bemerkenswerter Sachlichkeit und Objektivität. Daraus lässt sich folgender Schluss ziehen: In einer Demokratie sollte sich ein jeder nicht nur selbst eine eigene Meinung bilden, sondern sich auch frei äußern können.

Dr. Wilhelm Weschta, 97070 Würzburg

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