An den Bauern-Protesten in Berlin regt sich auch Kritik

Zu Artikeln und Kommentaren über die Proteste der Bauern:

Der mündige, aber nicht sprachlose Bürger reibt sich erstaunt die Augen: Nicht Politiker oder gar die stets gescholtenen Beamten sind in unserem Land die wirklich Privilegierten, sondern die Bauern. Ich habe an dieser Aktion – auch Biobauern waren dabei – folgendes zu kritisieren: Zweckentfremdung von steuerbefreiten Fahrzeugen und steuervergünstigtem Diesel; massive Klima- und Umweltschädigung, denn so ein Rennbulldog verbrennt auf der Strecke Unterfranken-Berlin-Unterfranken einige Hundert Liter Diesel; bauartbedingt verbotene Fahrten auf Autobahnen mit hohem Gefährdungspotenzial. Alles mit Billigung der politisch Verantwortlichen.

Jürgen Müller, 97332 Volkach

Wie wäre es mit einer Protestveranstaltung gegen Vergiftung der Äcker mit Glyphosat, gegen eine perverse Massentierhaltung, gegen Belastung der Lebensmittel durch antibiotikumhaltige Gülle auf den Äckern oder eine Nitratverseuchung des Trinkwassers und das bei finanziellem Ausgleich? Eine anständige Vergütung für nachhaltige und ethische Landwirtschaft sollte die Forderung sein. Keiner lässt sich gerne die Existenzgrundlage entziehen, doch mit Tausenden Traktoren die Luft zu verpesten, ein Verkehrschaos anzurichten, die Umweltministerin vom Rednerpult wegzubuhen, weil sie für Umweltschutz plädiert, zeigt, wes' Geistes Kind diese Demonstranten sind. Nicht auszudenken, wie diese Demonstranten reagieren würden, wenn die GroKo effektive Klimapolitik betreiben würde. Vielleicht sind die Landwirte, die nicht nach Berlin gefahren sind, diejenigen, die verstanden haben. Wir produzieren viel mehr Lebensmittel, als wir brauchen und schmeißen riesige Mengen davon weg. Lebensmittel sind leider so billig, dass deren Wertschätzung vielen schwerfällt. Solange der Wahnsinn von immer mehr und immer billiger nicht beendet wird, gibt es keine Zukunft. Weniger ist mehr. Und Weniger muss bezahlt werden.

Dr. Gerd Grosser, 97422 Schweinfurt

Ich bin eine alte Frau und ich erinnere mich, dass es im württembergischen Allgäu in meiner Jugendzeit eine Vorschrift gab, dass ein Milchbauer zum Halten einer Milchkuh zwei Morgen Land besitzen musste, so dass für die Exkremente der Tiere ausreichend Land zur Verfügung stand. Heute gibt es Bauern, die besitzen ein Mehrfaches an Tieren im Verhältnis zu dem zur Verfügung stehenden Land, so dass zu viel Gülle anfällt, die man ja irgendwie loswerden muss. Durch den Anfall von zu viel Gülle wird das Grundwasser belastet und das bringt natürlich den Bauernstand in Verruf. Darunter leiden auch die Bauern, die sich umweltbewusst verhalten. Aber das ist überall so.

Elisabeth Saier, 97732 Hammelburg

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