Beweis der Effektivität schuldig geblieben

Zu Artikeln über das Thema Nationalpark Spessart
Aktuell wird der Spessart flächendeckend bejagt. Auch die vorhandenen Naturwaldreservate und Naturschutzgebiete sind davon nicht ausgenommen – und das ist gut so! Gut für den Wald, denn die jungen Bäumchen können unverbissen aufwachsen. Für die Landwirtschaft läuft es aber schon nicht mehr ganz so gut: Sie hat im Hochspessart zwar nur eine untergeordnete Bedeutung, aber bereits jetzt nehmen die Schäden an Wiesen, Weiden und sogar in Hausgärten überhand, obwohl scharf gejagt wird! In einem Nationalpark ruht die Jagd weitgehend, lediglich in der sog. Randzone darf eingeschränkt geschossen werden. Die Antwort auf die Frage, wie der Wildbestand in einem Nationalpark reguliert werden soll, beantworten Karl-Friedrich Sinner bei der Podiumsdiskussion in Lohr, als auch der Städtische Forstamtsleiter in der Stadtratssitzung, mit: „Wildtiermanagement“. Sinner erwähnt das Einstellen von Berufsjägern und die Verwendung von Saufängen, bleibt aber für deren Effektivität jeden Beweis schuldig. Die Menge an Wildschweinen, die bisher im Spessart erlegt wurden, kommt so jedenfalls nicht mehr zu Tode. Ganz abgesehen davon, dass das Niedermetzeln von ganzen Wildschweinfamilien in den Saufängen ausgesprochen grausam ist und aus Tierschutzgründen gar nicht diskutiert werden sollte. Weder im Nationalpark Berchtesgaden, noch im Bayerischen Wald gibt es so viele Wildsauen wie im Spessart – dort gemachte Erfahrungen auf den Spessart zu übertragen ist nicht seriös. Auch im hessischen Nationalpark Kellerwald mit nur knapp 6000 Hektar, im Spessart ist mit 20 000 Hektar zu rechnen, hat das Wildtiermanagement noch keine wirklichen Erfolge in der Schalenwildregulierung feiern können. Warum sich der deutsche Bürger mit dem Begriff „Management“ so schnell Sand in die Augen streuen lässt, ist mir ein Rätsel. Wie viele Manager aus Industrie und Wirtschaft sitzen schon hinter Schloss und Riegel weil ihr Management unseriös war? Wer aber wird die Verantwortlichen für den Spessart zur Rechenschaft ziehen, wenn das Wildtiermanagement versagt hat, obwohl das von Anfang an zu erwarten war?

Timo Fuchs, 63796 Kahl am Main

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