Die Gesundheit der Bürger ist bedroht

Zum Artikel "Demo für verkehrsberuhigte B19" (15.2.):
Die Menschen in Unterpleichfeld und weiteren Umlandgemeinden entlang der B19 protestieren gegen den Durchgangsverkehr von 800 Lkw täglich und fordern eine Ortsumgehung. Verkehrsminister Herrmann lehnte prompt diese Forderung mit dem Hinweis ab, dass der Ausbau der A7 und die Verwirklichung der B26n zu einer Verkehrsberuhigung führen würden. Ob das Projekt einer abgespeckten Version der B26n eines fernen Tages überhaupt einmal umgesetzt werden sollte, steht einstweilen noch in den Sternen. Fachleute weisen jedenfalls heute schon darauf hin, dass dieses Projekt zu keiner wesentlichen Verkehrsentlastung in Würzburg und Umgebung führen wird. Über den Mittleren Ring/B19 donnern neben ca. 50 000 Pkw noch einmal 5 000 Schwerlaster bei Tag und Nacht mitten durch die Wohngebiete von Zehntausenden Bürgern. Allein nachts befahren den Ring annähernd viele Lkw wie in Unterpleichfeld im Ablauf eines ganzen Tages. Dies verdeutlicht die inakzeptable Verkehrssituation in Würzburg, die mit allem Recht als unmenschlich bezeichnet werden muss.
Die Gesundheit aller Würzburger Bürger ist bedroht durch beängstigend hohe Werte an krebserregenden Feinstäuben, Stickoxiden, Dieselrußabgasen u.a. Die Bürgerinitiative „Brummis weg vom Stadtring“ fordert deshalb seit Jahren und mit vollem Recht einen vollständigen Stopp des Lkw-Durchgangsverkehrs auf dem Mittleren Ring/B19. Was in anderen vergleichbaren Städten schon seit etlichen Jahren erfolgreich durchgesetzt wurde, sollte endlich auch in Würzburg möglich sein. Hierzulande wurde dagegen weit vor Jahresfrist für nahezu 80 000 Euro ein Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben, dessen Ergebnisse wohlweislich erst nach den Kommunalwahlen veröffentlicht werden sollen – ein Schelm, wer hier Schlechtes vermuten würde.
Man muss zudem kein Prophet sein, um zu prognostizieren, dass dieses Gutachten kaum für durchgreifende Änderungen sondern vielmehr nur für kleine Änderungen der Verkehrslage in homöopathischen Dosen plädieren wird. War doch schon ein früheres Verkehrsgutachten zu dem Ergebnis gelangt, dass eine Sperrung des Mittleren Rings/B19 mangels Alternativrouten nicht möglich sei und zu einer unzumutbaren Verkehrsbelastung für die umliegenden Gemeinden führen würde. Diese Argumentation muss sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen: Die Würzburger Verhältnisse sind den Umlandgemeinden definitiv nicht zumutbar! Die Bürgerproteste in Unterpleichfeld, Bergtheim, Opferbaum und anderen Gemeinden entlarven die Schlussfolgerungen in diesem Gutachten ganz augenfällig als baren Nonsens: Denn die Alternativroute für die Lkw ist nun einmal die Autobahn. Dort gehören sie hin. Zum anderen ergießen sich die Ströme von abkürzenden Schwerlastern vom Mittleren Ring/B19 aus weit in die besagten Umlandgemeinden hinein. Ein Stopp des Lkw-Durchgangsverkehrs auf dem Mittleren Ring/B19 würde somit zu einer spürbaren Entlastung dieser lärmgeplagten Umlandgemeinden, ja einer ganzen Region, führen. Der Mittlere Ring/B19 in Würzburg ist also ein Nadelöhr und Brennpunkt eines für eine ganze Region entscheidenden Verkehrsdebakels, das zuallererst hier gelöst werden muss. Immer mehr Bürger in Würzburg sind bereit, für eine bessere und gesündere Lebensumwelt in dieser Stadt zu kämpfen.
Dr. Michael Imhof, 97076 Würzburg

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