Einseitige Schuldzuweisung an die Landwirtschaft

Zum Artikel "Wassermangel sorgt für Ärger" (21.9.):

"Wassermangel sorgt für Ärger" (21. September 2019) - ihr Artikel über die Ursachen der Trockenheit allerdings auch. Denn Ihre ansonsten gewohnt sorgfältige Analyse und Bewertung von vielfältigen Zusammenhängen weicht hier einer latent einseitigen Schuldzuweisung an die Landwirtschaft. Diese Ausgewogenheit gelingt z. B. der gleichen Ausgabe des Haßfurter Tagblatts mit der Schilderung des Für und Wider erhöhter Abschußquoten von Schalenwild zum Schutz nachwachsenden Waldes („Leserseite“, S. 48). Warum nicht bei der Frage der Wasserentnahme? Warum etwa fehlt ein kritisches Hinterfragen des Wunsches der Verbraucher (und z.T. der Politik) nach regionalem Anbau?

Wenn diesem Anliegen folgend (weil vorgeblich auch Co 2 – sparend) regional Sonderkulturen angebaut werden, dann geschieht das natürlich auch auf Böden unterschiedlicher Bodenfeuchtigkeit. So kann es sein, dass ein Betrieb – wie geschildert - keiner künstlichen Bewässerung bedarf, der Ertrag eines andere n sehr von solcher Technik abhängt.

Ungeschoren bleiben in dem Artikel andere „Verbraucher“: etwa bei der Autowäsche, Beregnung von Anlagen, Zierwiesen und Vereinsrasen. Vor allem aber schlägt der anderweitige sinnwidrige Verbrauch guten Trinkwassers bei der Gesamtbilanz zu Buche. Statistisch liegt der Gesamtverbrauch pro Person bei 150 l täglich, wobei der allergrößte Teil nicht den Gang durch den Magen findet, sondern zur Spülung der Toilette und andere Ziele dient, die also beileibe nicht guten Wassers bedürfen. Ihr Beitrag läßt das ahnen, wenn der Entnahme von 450 Mio. Litern zur Bewässerung das gleiche Volumen für die Trinkwasserversorgung gegenübergestellt wird. Wo bleiben „Brauchwasserleitungen“ in großem Stil? Nicht nur Großstädte zapfen ungeniert für Trink- und Brauchwasser den Quell-, Grund – und Fließwasservorrat des Landes an. Also: ein Problem, viele Komplexitäten und noch mehr Kausalitäten-die der Bergtheimer Mulde eingeschlossen. Vielleicht sorgt das Haßfurter Tagblatt auch für einen solch ergänzenden Überblick.

Prof. Dr. Heinz Christian Hafke, 97486 Königsberg

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