Gemeinwohl der Bevölkerung längst aus den Augen verloren

Zum Leitartikel "Warum Aiwanger den Energiekurs ändern muss" (26.11.):

Medien, die sich anscheinend ausnahmslos dem Kult der regenerativen Energien verschrieben haben, anstatt Aufklärung anhand von Fakten, Daten und physikalischen Gegebenheiten zu leisten haben das Gemeinwohl der Bevölkerung längst aus den Augen verloren.Es ist mittlerweile schon peinlich, wenn glaubende Kultanhänger von billigem Ökostrom sprechen. Des Weiteren vom Windgas, das aus überschüssigem Strom erzeugt werden kann und die Problematik der nicht existierenden Speicherung, die das zentrale Element der Energiewende darstellen müsste, völlig ausgeblendet wird. Aus dem Stromnetz werden in Deutschland, abhängig von Wochentag, Jahreszeit und Wetter zwischen 50 und 70 GW Leistung vom Verbraucher abgerufen. Wenn keine Sonne scheint und der Wind nicht oder nur mäßig weht, wird der Strom durch die sich immer noch in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke mit 10 GW und Kohlekraftwerke geliefert, die in nächster Zeit alle abgestellt werden sollen. Doch was helfen Stromtrassen zu „billigen“ Wind-Strom-Standorten wenn das Problem der Stromspeicherung nicht lösbar ist. Die beiden größten Pumpspeicherkraftwerke in Deutschland (Goldisthal und Markersbach) haben eine Leistung von jeweils einem GW und können für 8 bzw. 4 Stunden Strom liefern, bevor deren Speicher leer sind. Doch es geht inzwischen nicht nur um Strom, sondern um unser gesamtes Leben und alle Produkte des täglichen Bedarfs. Unsere Medienvertreter und Politiker mit Ausnahme der AfD stehen nahezu alle zu den Empfehlungen des Weltklimarates IPCC, was eine komplette Decarbonisierung der Energieerzeugung bis 2050 bedeutet. Der Stromanteil in Deutschland machte in 2017 weniger als ein Viertel des Energieverbrauches aus. Unter diesem Aspekt wären die Erfordernisse zur regenerativen Energieerzeugung in Deutschland zu bewerten. Soll Wasserstoff, der letztlich Öl, Gas und Kohle ersetzen soll aus der Elektrolyse gewonnen und wieder der Energieerzeugung zugeführt werden, sind Umwandlungsverluste in der Größenordnung von 50% zu unterstellen. Grob überschlagen würde dies einem Zubau vom 20-fachen der derzeit installierten Wind- und Solaranlagen in Deutschland bedeuten. International läuft hierzu die Entwicklung von kerntechnischen Anlagen der Generation 4 zur thermochemischen Wasserstofferzeugung (direkte Aufspaltung von Wasser unter hohen Temperaturen) so dass die ersten Anlagen zur industriellen H2-Erzeugung ab Mitte der 20er Jahre gebaut werden können. Wir stehen mit all unseren Produkten im internationalen Wettbewerb und es geht um unser aller Wohl und um die Lebensperspektiven der jungen Menschen in Deutschland. Es ist höchste Zeit darüber nochmal nachzudenken,ob die Verabschiedung von der Kerntechnik den richtigen Weg darstellt.

Raimund Oppelt, 97478 Knetzgau-Wohnau

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