Jeder könnte auf eine Transplantation angewiesen sein

Zum Leitartikel „Sanftere Medizin statt Spahns Radikalkur“ (13.1.):

Was hier als sanfte Medizin beschrieben wird, ist im Grunde genommen eine repressive Medizin, denn sie schmälert in vielen Fällen todgeweihten Patienten die Möglichkeit zur Rettung, indem sie der Gleichgültigkeit nicht Betroffener Vorschub leistet. Die Not sterbenskranker Menschen, die durch eine Organspende gerettet werden könnten, und ihrer Familien ist riesengroß und sowohl durch stetige und unaufhaltsame Verschlechterung des Zustandes als auch durch immer wieder enttäuschte Hoffnung gekennzeichnet. Bei einem größeren Angebot gespendeter Organe würde sich für viele die Chance, gerettet zu werden, deutlich erhöhen. Vor diesem Hintergrund ist es uns Gesunden durchaus zuzumuten, sich einmal im Leben mit diesem Thema auseinanderzusetzen und eine humane Entscheidung zu treffen. Wer Beratung braucht, kann sich diese kompetent zum Beispiel beim Hausarzt einholen. Die Entscheidung ist widerrufbar und jeder Mensch kann in die Lage kommen, selbst auf eine Transplantation angewiesen zu sein. Die andere, in dem Artikel bevorzugte Lösung, empfiehlt Mitarbeiter des Passamtes als Vollzugsgehilfen, denen hierfür die nötige Ausbildung fehlt und die mit dieser Problematik in vielen Fällen vermutlich überfordert sind. Gründlich und kompetent beraten, würden sich wesentlich mehr Menschen für eine Organspendenzustimmung entscheiden, wie die generelle,statistische Bereitschaft in der Bevölkerung zeigt: Das bedeutet eine tröstliche Aussicht für sehr viele Schwerkranke, denen mit einer Transplantation definitiv geholfen werden könnte.

Dr. Gerhard Hainlein, 97074 Würzburg

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