Leichtfertiger und unverantwortlicher Umgang mit Steuergeldern

Zur Berichterstattung über die Schuldenkrise in Griechenland und die Rettungsschirme für Athen:

Die Zeit des jahrelangen Wegsehens scheint vorbei zu sein. Fragt sich nur, warum dies nicht schon früher geschehen ist, als der griechische Karren noch nicht so tief im Dreck steckte. Die Stimmen, die jetzt als Hauptgründe eine marode Verwaltung, das korrupte Steuersystem sowie eine unfähige und unwillige politische Klasse des hoch verschuldeten Landes nennen, treffen den Nagel auf den Kopf. In positiver Umkehrung waren dies aber die Kriterien, warum die Marshall-Plan-Hilfe im Nachkriegsdeutschland auf so fruchtbaren Boden fiel. Griechenland hat seit seiner Zugehörigkeit zur EU 1981 Hunderte Milliarden Strukturhilfen aus Brüssel erhalten, gleichwohl aber keine nennenswerten und sinnvollen Strukturverbesserungen getätigt. Es fällt schwer zu glauben, dass mit den neuen Krediten vernünftiger gearbeitet wird. Der Vorwurf an die EU, leichtfertig und unverantwortlich mit den Steuergeldern ihrer Bürger umgegangen zu sein, bleibt bestehen.

Ludwig Schierlitz, 97737 Gemünden

Die zweite Griechenlandaktion des Bundestages ist nur eine von bereits vielen „Rettungsschirmen“ aller Art, deren Umfang und Tragweite der Bürger als haftender Steuerzahler nicht mehr überblickt, und er verliert auch das Gespür für die Gefährlichkeit einer immer höheren Verschuldung. Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages sollte alle eingangenen Verpflichtungen einmal zusammenstellen einschließlich der Bürgschaften, wie jede Bank sie in die ihrem Kunden gewährte Kreditlinie mit aufnimmt. Diese Gesamtverpflichtung Deutschlands wäre dann auf 20 Jahre Tilgungszeit mit Zins in monatlichen Raten auf alle Bürger rechnerisch umzulegen und damit auf diese heute verantwortliche Generation und nicht auf unsere Kinder und Enkel. So bekommt jeder Bürger ein fassbares Verständnis, welche sintflutartige Schuldenwelle in der Politik ausgelöst wird, die letztlich über eine bittere Inflation von den Bürgern „auszubaden“ sein wird. Dem CSU-Abgeordneten Lehrieder (MdB) gebührt großer Respekt dafür, dass er es gewagt hat, seinem Gewissen folgend gegen das Diktat seiner Koalition und gegen diese Art verlorener weiterer Geldverschwendung für Griechenland zu stimmen.

Dr. Sigurd Lehmann-Tolkmitt,

97074 Würzburg

Seit Wochen fast jeden Tag ein Negativ-Artikel in den Medien über Griechenland. Inzwischen werden in Athen deutsche Fahnen verbrannt. Was haben wir Deutsche denn den Griechen getan? Sie waren doch so beliebt bei uns in Deutschland mit ihren griechischen Lokalen und auch als Gastgeber für deutsche Urlauber in Griechenland. Was geht denn hier vor sich? Die Medien oder die Politiker sollten uns zwei Fragen beantworten: 1. Wie viele Euro hat Griechenland von der EU seit Eintritt in die Währungsunion erhalten? 2. Wo ist dieses Geld in Griechenland geblieben? Nur wenn wir das wissen, können wir uns eine Meinung bilden. Sollten die Entscheidungsträger in Griechenland das Geld der EU an ihrem Volk vorbeigeschleust haben, dann allerdings gilt auch für uns in Deutschland: Akropolis adieu.

Günther Scheuermann, 97271 Kleinrinderfeld

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