Nicht jedermanns Liebling

Zur Arbeit der Ratingagenturen
Unter Bonität versteht man in der Finanzwirtschaft die Eigenschaft, aufgenommene Schulden zurückzahlen zu können Bonitätsprüfer, heute nur „ Ratingagenturen“ genannt, sind nicht dafür da, jedermanns Liebling zu sein. Sie sollen fachkundig, urteilsfähig unbestechlich und streng sein. Ansonsten wäre ihre Arbeit nichts wert, in deren Folge sie Ruf und Geschäft verlören. Vergeben sie nach diesem Maßstab die beste Note, freut sich der Geprüfte und wirbt damit. Auch die verschuldeten Euro- Staaten haben das getan und die Prüfer damit als solches anerkannt und ernst genommen. Aber kaum hat ihnen nur ein einziger die Bestnote entzogen, reagiert man in höchstem Maße ungehalten, zürnt, unterstellt unlautere Motive. Als Überbringer schlechter Botschaften sind sie nicht wohlgelitten. Immerhin ereilt sie nicht das Schicksal der Antike, in welcher die Überbringer schlechter Nachrichten geköpft wurden. Dennoch reagiert mancher Staatslenker sehr ungehalten. Typisch dafür ist der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble ( CDU ). Er sieht „ dringenden Handlungsbedarf“, aber nicht gegen die Überschuldung, sondern gegen die Prüfer. Wenn die Botschaft nicht paßt, läßt man den Unmut am Boten aus. Sicher sind Bonitätsprüfer nicht über alle Zweifel erhaben, aber dies haben sie nicht verdient. Die Herabstufung kommt auch nicht aus heiterem Himmel und ist schlimmerweise „ wohlverdient“. Das Naheliegende hörte man von Schäuble und anderen „ Euro – Rettern“ nicht : Geboten ist, die Staatshaushalte zu sanieren und gegen die Überschuldung vorzugehen. Ich bin mir sicher, daß dann auch wieder die „ Ratings“ stimmen.

Erich Lienhart, 77815 Brühl

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Arbeit und Beruf
  • CDU
  • Deutsche Finanzminister
  • Rating-Agenturen
  • Wolfgang Schäuble
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!