Pro und Contra in Sachen Homöopathie

Zum Artikel „Angriff auf die Homöopathie“ (15.12.):

Dank der Homöopathie konnte ich meinen Sohn ohne Gabe von Antibiotika oder herkömmlicher Medizin, durch seine Kindheit und Jugend begleiten. Alleine schon die Forderung, die „Zutatenliste“ der Globuli nicht länger auf Latein zu kennzeichnen, zeugt von sehr wenig Sachverstand der Verbraucherschutz-Expertin Heil. Oder, es soll ganz bewusst Verunsicherung gestreut werden. Wer sich nur ein wenig mit Homöopathie befasst, müsste wissen, dass zumeist einzelne Stoffe, in höchst verdünnter Form, dargeboten werden. Den Namen dieses Mittels im Register nachzuschlagen, kommt einem Flügelschlag gleich, gegenüber dem Studieren der Liste sämtlicher herkömmlicher Behandlungsmittel. Was hat dann eigentlich die Bezeichnung Natriumhydrogencarbonat auf jeder Aspirin Schachtel zu schaffen? Man möge sich den Beipackzettel eines allgegenwärtigen Hustensaftes vornehmen, um festzustellen, dass im Vergleich zu homöopathischen Mitteln, die Zutatenliste um ein Vielfaches länger und weitaus unverständlicher ist. Die Homöopathie, so umstritten sie sein mag, ist nebenwirkungsfrei, was man von den meisten allopathischen Mitteln nicht behaupten kann. Sie verhindert damit eine Vielzahl chronischer Erkrankungen durch die Einnahme herkömmlicher Präparate, und die damit verbundenen Langzeitkosten für die Allgemeinheit.

Rike Schwab, 97334 Sommerach

Homöopathie kontra Allopathie ist sicher ein empfindliches Thema, doch würde ich von einer seriösen Zeitung einen sachlicheren Bericht erwarten. Globuli enthalten einen Wirkstoff in potenzierter Form. Wenn Sie Aesculus Hippocastanum auf der Verpackung lesen, können Sie die Übersetzung locker nachschlagen oder googeln. Wenn Sie jedoch Acetylsalicylsäure, Natriumhydrogencitrat und weitaus unbekanntere Fachwörter lesen und sind kein (Hobby-)Chemiker, dann wenden Sie sich an Ihren Arzt zum Übersetzen. Wenn er Zeit hat. Die Homöopathie zielt darauf ab, die Selbstheilungskräfte (körperlich, geistig, seelisch) zu mobilisieren und so aus eigener Kraft die Krankheit zu überwinden. Diese Einstellung muss nicht von jedem geteilt werden, doch Leuten, die damit gute Erfahrungen gemacht haben, sollte man diese Möglichkeit lassen. Ich habe seit nahezu 20 Jahren kein Antibiotikum mehr bekommen, stehe jede Schlechtwetterperiode gut durch und habe trotz chronischer Erkrankung eine gute Lebensqualität. Ein seriöser Heilpraktiker wird immer an einen Facharzt überweisen, wenn er im Zweifel ist.

Mathilde Müller, 97340 Marktbreit

Nach wie vor versuchen Homöopathie-Lobbyisten uns dieses dogmatische Gedankengebäude zu vermitteln. Da die Begriffe von Naturheilkunde und Homöopathie für viele anscheinend dasselbe sind, scheint dies auch zu gelingen. Man muss unterscheiden: Naturheilkunde befasst sich mit der wissenschaftlichen Bearbeitung von überlieferten naturnahen Ratschlägen für Ernährung, Gesunderhaltung und Therapie. Die von Hahnemann begründete Homöopathie verwendet in der Natur vorkommende Substanzen in extremen Verdünnungen. Therapiert wird nach dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass für einen Kranken das Arzneimittel ausgewählt wird, dessen Auswirkungen bei Gesunden der Symptomatik des Patienten möglichst ähnlich sind. Selbst das nach Hahnemann benannte College in Philadelphia/USA lehrt nach 100 Jahren Forschung schon seit 1950 die Homöopathie nicht mehr, weil man in dieser langen Zeit keinen wissenschaftlich fundierten Beleg für die Wirksamkeit homöopathischer Präparate gefunden hat.

Heinz Pedrotti, 97456 Dittelbrunn

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