Trojaner der Nazi-Ideologie

Zur Berichterstattung über Antisemitismus:

Ganz selbstverständlich werden diese Begriffe im Kampf gegen die Diskriminierung jüdischer Menschen und des Judentums im Allgemeinen tagtäglich benutzt. Niemandem scheint bisher aufgefallen zu sein, dass er damit ungewollt einen diabolischen Trojaner der Naziideologie benutzt: Die „jüdische Rasse“ war ihr Kampfbegriff im Gegensatz zu der ebenso fiktiven „Arischen Rasse“. In Verbindung mit der Verallgemeinerung „der Jude“, hinter der der individuelle Wert eines Kinderarztes aus der Nachbarschaft, eines Schriftstellers u.a. verschwand, ermöglichte die Propaganda eine widerstandslose Vernichtung von Millionen Menschen.

Die Juden sind ein Volk, das sich aus vielen Nationalitäten und Rassen zusammensetzt, wie das deutsche oder französische. Niemand käme auf die Idee, eine antideutsche Haltung als Rassismus zu bezeichnen. Dass betrifft allerdings einen Schwarzafrikaner als Fußballspieler, der mit einem Affen verglichen wird. Das Alleinstellungsmerkmal für die Juden ist die historische Einheit von Volk und Religion (das „auserwählte Volk“ mit dem Messiasauftrag), deren Mitgliedschaft durch eine jüdische Mutter automatisch in der Geburt übertragen wird, ein Merkmal, das es historisch gesehen nicht selten zum Außenseiter machte und damit zum Ziel harter Aggressionen. Genau die werden provoziert, wenn man die Nazitrojaner Rasse oder Rassismus im jüdischen Kontext verwendet.

Dasselbe gilt für das Wort „Antisemitismus“, zumal es verhängnisvoller Weise die ganze Welt infiziert hat und sogar von den Betroffenen selbst kritiklos verwendet wird. Semiten sind biblisch die Nachkommen des Abrahamssohnes Sem, als die verbreitet die Völker des Nahen Ostens angesehen werden(vgl. Wikipedia). Die Nazis machten sie zu einer „minderwertigen Rasse“, zu der sie mit pseudowissenschaftlichem Anstrich die Juden als „Hebräer“ zählten. Antisemitismus würde als genauso die Araber treffen, weshalb es skurril ist, ihnen einen solchen vorwerfen zu wollen.

Um den Nazitrojaner zu stoppen, wäre es einzig sinnvoll, statt dessen von „Antijudaismus“ zu sprechen. Auch ohne Aussicht auf einen endgültigen Erfolg sollte man diesen Begriff verbreiten, wo immer es geht.  Auf jeden Fall ist es Bürgerpflicht, jedem über den Mund fahren, der verallgemeinernd von „dem Juden“ spricht; denn in dem Moment öffnet er der Verachtung von Menschen jüdischen Glaubens Tür und Tor und propagiert damit deren Verfolgung.

Bruno Maroscheck, 97753 Karlstadt

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