Wer veräppelt hier wen?

Zum Artikel „Scheuer wehrt sich“ (2.7.):

Nimmt noch jemand ernst, wenn Verkehrsminister Scheuer die Analyse seines Ministeriums und des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) gegen Autohersteller als „sehr, sehr hart“ bezeichnet? Jetzt plötzlich wird bei der Audi-Diesel-Affäre ein weit größeres Ausmaß transparent, wonach bis zum Untersuchungsbeginn im Januar 2018 für die Abgasnorm Euro-6 nicht eine, sondern meist mehrere Abschalteinrichtungen benutzt wurden. Wenn nur die eine, dem KBA offengelegte, Variante geprüft wurde, kann der Minister leicht behaupten, „nie etwas Illegales zugelassen“ zu haben. Es wurden ja ab Oktober 2017 Rückrufaktionen veranlasst. Wie aber kann er suggerieren, das KBA habe alles überprüft? Er lässt auch nicht zu, „dass irgendwer sagt, man hätte sich nicht gekümmert“. Meint er damit den Konzern, der sich lange darum gekümmert hat, das ganze Ausmaß zu vertuschen, oder meint er seine Behörde, die als ausreichenden Aktionismus schon die „nach Aktenlage"-Prüfung angeordneten Rückrufaktionen verkaufen will? Wer veräppelt hier wen?

Oskar Schmitt, 97078 Würzburg

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