Werte sollten in sämtlichen Fächern an unseren Schulen präsent sein

Zum Leitartikel „Werte gehören auf den Stundenplan“ (6.10.):

Der Vorschlag eines gemeinsamen Werteunterrichts für Schülerinnen und Schüler aller Konfessionen an Stelle des kirchlich verantworteten Religionsunterricht macht bei näherem Hinsehen wenig Sinn. Grundsätzlich sollten „Werte” nicht nur in einem Unterrichtsfach, sondern in sämtlichen Fächern an unseren Schulen präsent sein. Zudem ist es eine Mär, im Religionsunterricht würden die Schülerinnen und Schüler nicht „über den eigenen Tellerrand blicken und sich eine eigene Meinung bilden können.” Ein Blick auf die Lehrpläne für den Religionsunterricht an bayerischen Schulen zeigt, dass die eigene Meinungsbildung und Kenntnis anderer Religionen und Konfessionen einen großen Stellenwert einnehmen. Aber das schlechthinnige Argument für den kirchlichen Religionsunterricht an Schulen ist der Umstand, dass hier Religionsunterricht nicht im Verborgenen stattfindet, sondern in der Öffentlichkeit. Im Lehrerzimmer begegnen sich tagtäglich sozusagen Kirche und Staat und kommunizieren miteinander. Und weil die kirchlichen Lehrkräfte an staatlichen Universitäten ausgebildet werden, ist auch dies für die Gesellschaft offen und einsehbar. Das Engagement nicht zuletzt auch der Kirchen für die Einrichtung nun auch muslimischen Religionsunterrichtes nach dem Vorbild des christlichen weiß um die große Integrationskraft dieses Modells.

Dr. M. Büttner, 97616 Bad Neustadt

Hier mal ein wirklich guter Leserartikel, der eigentlich an alle Bundes -u. Landtagsgeordnete verschickt werden sollte. Religionsunterricht in Form von Monolog und damit Indoktrinierung ist veraltet und sollte durch einen Dialog über Werte und Grundgesetz zwischen den Schülern ersetzt werden. Der Lehrer würde dabei nur als Katalysator dienen. Dies würde natürlich nicht als Frontalunterricht geschehen. Würde der Vorschlag der Autorin umgesetzt, wäre dies ein großer Schritt zum friedlicheren Zusammenleben, nicht nur in Deutschland. Im 21. Jahrhundert sollte kein Religions-Funktionär mehr glauben, dass irgendeine Religion die allumfassende Wahr- beziehungsweise Weisheit für sich gepachtet hätte.

Alfred Semmel, 97234 Reichenberg

Hier hat die Kommentatorin zweifellos recht. In der Tat leben wir heute, wie sie schreibt, „in einer multikulturellen Gesellschaft mit zahlreichen Glaubensrichtungen: Christentum, Judentum, Islam, Buddhismus, Hinduismus. “ Eine Weltanschauung hat sie übersehen, die hier einbezogen werden muss: Fast ein Drittel der Bevölkerung zählt sich zu der Gruppe der Bekenntnisfreien, von denen die Atheisten den größten Anteil ausmachen. Sie haben sich in verschiedenen Gruppen organisiert, wie dem Bund für Geistesfreiheit, der Giordano-Bruno-Stiftung, der Humanistischen Union, dem Humanistischen Verband Deutschland, den Freireligiösen, dem Bund für Geistesfreiheit, dem Deutschen Freidenker-Verband oder auch dem internationalen Bund der Konfessionslosen und Atheisten. Im öffentlichen Leben weitgehend ignoriert, haben diese säkularen Kräfte – wie die Geschichte beweist – zum Thema Ethik ein gewichtiges Wort mitzureden. Denn ihnen verdanken wir die Menschenrechte, die uns – trotz des erbitterten Widerstands der christlichen Kirchen! – zugestanden worden sind.

Dr. Rainer Wolf, 97218 Gerbrunn

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