Armut ist Hauptursache für Überbevölkerung

Zum Artikel "Bevölkerungswachstum als Zeitbombe" (7.2.):

Danke für den sehr interessanten Beitrag. Bildung und Familienplanung halte ich der Tat in wirtschaftlich armen Ländern für wichtig, auch wenn das Bundesministerium selbst manch andere Prioritäten setzt, indem man z. B. mit 100 Mio. Euro die Mördermilizen im Sudan und Lybien unterstützt, damit die Flüchtlingsquoten für unsere Politiker reduziert werden.

Armut ist und bleibt die Hauptursache für Überbevölkerung. Meine Großeltern waren 11 und 9 Kinder. Meine Eltern hatten nur noch drei und es gab damals meines Wissens keine Familienplanung. Es waren die sozialen und wirtschaftlichen Umstände die zu dieser Entwicklung beigetragen haben. In den letzten 10 Jahren war ich drei mal zu Hochzeiten in Uganda. Alle drei Ehepaare haben bis heute nur ein oder zwei Kinder, ohne besonderes Familienplanungs-Programm, sondern aufgrund der sozialen und wirtschaftlichen Absicherung durch die erweiterte Familie und ihren Bildungsstand. Und ich kenne auch die Situation mit 8 Kindern im Südsudan von denen 5 gestorben sind.

Eine Reduzierung des komplexen Kernproblems auf den afrikanischen Kontinent und den Vatikan, trotz teils berechtiger Kritik, betrachte ich deshalb als völlig unzureichend und zu stark fokussiert. Wird die Rolle des Vatikans dabei nicht völlig überschätzt? Milliarden von Moslems, Hindus, evangelikalen Christen etc. und sogar Katholiken erreichen die Worte aus Rom in deren Alltag doch gar nicht. Und auch politisch dürfte eine Beeinflussung doch marginal sein. Heute lässt sich doch nicht mal das gern als erzkonservativ katholisch beschriebene Polen vom Papst Franziskus beeinflussen.

Bildung und Soziale Marktwirtschaft sind für die Entwicklung mehr denn je notwendig, vor allem in Zeiten des Haifisch-Kapitalismus und dessen Zauberlehrlingen weltweit.Weniger Ausbeutung und mehr wirtschaftliche Gerechtigkeit würden das Wachsen der Bevölkerung reduzieren. Aber wer steuert dagegen, wenn man beim Mitschwimmen von diesen ausbeuterischen Systemen so gut profitiert und wir dann auch noch T-Shirts etc. für 5 Euro kaufen können? Auch interkultureller Respekt auf Augenhöhe gegenüber dem Anderen auf allen Ebenen der Gesellschaften erscheint mir dringend notwendig.

Und was nützen z.B. gute bisherige Entwicklungsprojekte im Yemen, wenn diese wiederum von deutschen Waffenlieferungen über die Saudis torpediert und zerstört werden? Zynisch könnte man dann ergänzen, das unser staatliche Entwicklungsapparat beim Wiederaufbau des Landes ja erneut profitieren könnte.

Peter Bergdoll, 97264 Helmstadt

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