Auf Konsum und Karriere konditioniert

Zum Artikel „Beschäftigt in der Ego-Gesellschaft“ (24.8.):

Es klingt paradox, aber Egoismus und Entsolidarisierung in der Arbeitswelt können nur durch gesunde Sorge fürs eigene Wohl und frühzeitige Entkoppelung vom üblichen Verwertungszyklus überwunden werden. Schon Karl Marx' Schwiegersohn Paul Lafargue wandte sich in seinem Werk „Das Recht auf Faulheit“ gegen selbstzerstörerische Arbeitssucht und Marxens kollektivistischen Lösungsansatz. Staat und Wirtschaft sehen Individualismus und Freiheitsdrang nicht gerne. Sie haben es lieber, wenn die Menschen im Land mit der niedrigsten Lebenserwartung, dem höchsten Renteneintrittsalter und dem bescheidensten Rentenniveau Westeuropas so lange arbeiten und einzahlen, bis sie vollends verbraucht sind und dann sozialverträglich ableben. Daher wird man schon vor Eintritt ins Berufsleben auf Mitlaufen im System, Konsum und „Karriere“ konditioniert. Wer sich unbedarft darauf einlässt, bleibt ein Sklave sein Leben lang. Wer klug wirtschaftet und kreativ eigene Wege geht, entgeht vielen Zwängen und lebt deutlich besser.

Manfred Ruppert, 97340 Segnitz

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