Gewinne privatisieren und Risiken sozialisieren?

Zum Artikel „Was Baukosten seit Jahren unnötig in die Höhe treibt“ (24.2.):

Ich dachte Müllentsorgung ist Aufgabe der Kommunen. In deren Händen wäre der Preis kein Spekulationsobjekt, das schwindelerregende Höhen erreicht. Das Risiko des unsachgemäßen Umgangs mit Giftstoffen wäre dann auch vom Tisch. Der gemeine Bürger müsste sich vielleicht nicht so viele Sorgen machen und gegen jedes dieser Vorhaben zu Felde ziehen. Im Grundgesetz steht das Recht auf Leben und Unversehrtheit festgeschrieben. Auch darf niemand über Gebühr benachteiligt oder bevorzugt werden. Aber ist es wirklich Gleichbehandlung, wenn Landstriche seit Jahren mit vielen Millionen Tonnen giftigem und ungiftigem Bauschutt zugemüllt werden und als Dank für die gute Zusammenarbeit eine nagelneue Deponie dazubekommen? Helmstadt nimmt seit vielen Jahren große Mengen Bauschutt auf, produziert wird dieser jedoch fast ausschließlich andernorts. Die Preise steigen, weil der Engpass an Lagerstätten von privaten Entsorgern schamlos ausgenutzt wird. Vielleicht sollten diejenigen, die den Müll produzieren, auch mal über seine Entsorgung vor Ort nachdenken. Wir alle brauchen wohl diese Art von Deponien, das stimmt. Dies darf aber nicht zu einer Konzentration an wenigen Standorten führen. Große Lasten sind auf vielen Schultern besser verteilt. Gewinne privatisieren und Risiken sozialisieren? Eine Lastenverteilung muss auch hier gelten, denn wenn sich die Konzerne mit vollen Kassen verabschieden, werden uns die vollen Deponien noch lange erhalten bleiben.

Birgit Schnapp, 97264 Helmstadt

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