Über die Bürokratie zu schimpfen, greift zu kurz

Zum Artikel "Heime ärgern sich über Bürokratie" (29.12.):

Zur Corona-Impfung, die derzeit in den Pflegeheimen anläuft, ist es zwingend erforderlich, dass zuvor ein Ärztlicher Aufklärungsbogen über evtl. Nebenwirkungen der Impfung von der Person, die geimpft werden soll, unterschrieben wird. Dies geschieht, sofern Heimbewohner nicht selbst unterschreiben können, durch Angehörige bzw. durch gesetzliche Betreuer.

Das ursprüngliche Aufklärungsblatt vom 09. Dezember wurde nun vom Robert-Koch-Institut am 22.12.2020 neu gefasst , weil in wenigen Einzelfällen weitere Nebenwirkungen aufgetreten sind, auf die im ursprünglichen Aufklärungsbogen nicht hingewiesen worden ist.   Nach Ihrem Bericht bemängeln die Heime nun, dass die Aufklärungsbögen zu kurzfristig verschickt wurden und dadurch bereits einige Impfungen verschoben werden mussten, ein unerträglicher Zustand insbesondere für die Heime, in denen durch einen Corona-Ausbruch Bewohner infiziert wurden und schnelles Impfen angesagt ist.

 Hier über die unzulängliche Bürokratie zu schimpfen, greift zu kurz und hilft auch nicht weiter. Der Weg vom Robert-Koch-Institut über das Bayerische Gesundheitsministerium zur Regierung von Unterfranken und der Heimaufsicht bis zu den Heimen ist nach unserem System nun einmal vorgegeben und ist nicht zu beanstanden. Dass die neuen Aufklärungsbögen vom 22.12.  wie in Ihrem Bericht geschildert, bereits am 23.12. um 17.45 Uhr an einem Adressaten ankamen, zeigt das Bemühen der betroffenen Stellen schnell zu handeln. Die praktische Umsetzung der aktuellen Aufklärung mit dem Hinweis einer möglichst raschen Benachrichtigung der Angehörigen und Betreuer per E-Mail oder Telefon den Heimen aufzulasten, ist gerade jetzt um die Jahreswende  nun sicherlich auch nicht der Königsweg. Das eigentliche Problem aber liegt meines Erachtens wo anders . Die Fragen, die sich mir in diesem Zusammenhang stellen, sind vielmehr die:

Ist es wirklich erforderlich, bei jeder einzelnen  auftretenden Nebenwirkung einen neuen ärztlichen Aufklärungsbogen zu fertigen und diesen dann auf dem Behördenwege an die betreffenden Stellen zu verteilen, letztlich um die Haftung der Zulassungsstellen zu minimieren oder auszuschließen? Mit einer solchen Vorgehensweise sind weitere Probleme bei den nun anstehenden Impfungen  von Heimbewohnern vorprogrammiert. Könnte nicht der Arzt, der bei der Impfung eh  dabei sein muss ,    - evtl. auch im Vorfeld der Impfung- viel besser und aktueller über weitere Risiken aufklären, ohne das schwerfällige Verwaltungsverfahren bemüht wird?

Hermann Geßner, 97505 Geldersheim

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