Vorsicht vor Verharmlosung

zum Artikel "Wenn Lehrerinnen mit Schülern schlafen" (16.2.):

„Viele dieser Frauen missbrauchen, weil ihre eigenen Intimitätsbedürfnisse unerfüllt sind.“ Das erklärt gar nichts! Es mag den Frauen Anlass dazu geben, intime Kontakte zu anderen suchen. Es kann aber nicht für einen Grund genommen werden, warum Lehrerinnen Schutzbefohlenen missbrauchen. Solche o. ä. Gründe führt  jeder Sexualverbrecher an! Im Artikel wird ausdrücklich auf die Gefahr der Verharmlosung hingewiesen, wenn es um Sexualverbrechen, die von Frauen begangen werden, geht. Ja, die Frau ist bereits eine verurteilte Straftäterin! Die Verharmlosung im Artikel beginnt schon in der Überschrift: „Lehrerinnen schlafen mit Schülern.“ Und wie man dann erfährt, endet das sogar mindestens einmal in einer mit Kindern gesegneten Beziehung. Kann also gar nicht so schlimm sein. Und wenn dann mal die Hormone durchgehen, dann ist es natürlich der Lehrer, der den Hormonschub auslöst und nicht die Lehrerin. Wir überhaupt die Sexualfantasien der Schüler oder der gewesenen Schüler wohl das Problem sind. Und zum Schluss erfahren wir, dass solche jungen Lehrerinnen, die verurteilte Lehrerin war übrigens 35, dem Kindesalter noch nicht entwachsen sind. Dies kombiniert mit einem „unerfüllten Intimitätsbedürfnis“, da muss man doch Verständnis haben. Der Artikel verharmlost den Sachverhalt völlig und die Autoren tappen in die Falle, wie sie Frau Darling im Artikel benannt hat „Missbrauch durch eine Frau wird als weniger schädlich als durch einen Mann betrachtet“.  Und daher dies Zitat zum Schluss: „Das verniedlicht nicht nur das verletzende Verhalten, sondern spielt auch die Konsequenzen für die Opfer unfair herunter. Solch ein Verhalten ist Missbrauch und muss als solcher betrachtet werden.“ Die Opferperspektive kommt in dem Artikel übrigens nur als gefühlte vor. Hätte ich das noch erwähnen müssen?

Ulrich Düster, 97342 Obernbreit

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