Scheurings Wort zum Samstag: Homer kommt nach Würzburg

Bob Dylan, der am kommenden Dienstag in Würzburg auftritt, ist einer der bedeutendsten und einflussreichsten Liedermacher unserer Zeit, keine Frage. Zu Recht wird er gerühmt. „Die Zeit“ schrieb einmal: „Der Weltgeist spricht in Liedern, Dylan aber ist sein Prophet.“ Die „Welt“ erkannte in Dylan den „Fixstern, der unbewegt über der See des Sounds“ steht und sich „in einem anderen Raum-Zeit-Kontinuum als wir Sterblichen“ bewegt. In anderen Publikationen las ich, Dylan sei der „Homer unserer Zeit“, gar ein „Apokalyptiker“. In einer Pressemitteilung steht, Dylan sei „das Gewissen seiner Zeit, die er mit archetypischen Song-Chiffren prägte“. Er sei der „Shakespeare des 20. Jahrhunderts“ und bedeute „für die Popmusik das Gleiche wie Einstein für die Physik“. Das ist sehr gut beobachtet. Über Bob Dylan, diesen Einstein des Songs, ist von Feuilletonisten, Musikkritikern und Relativitätstheoretikern bereits viel Gutes geschrieben worden. Aber noch nicht genug. Denn „Shakespeare des 20. Jahrhunderts“ und „Homer unserer Zeit“ – ist das nicht zu kurz gegriffen? Die Heiligsprechung von Bob Dylan sollte bald erfolgen und der Künstler auf eine neue Verklärungsstufe gehoben werden. Dieser wiedererstandene Orpheus und Klang- und Wortschöpfer von sibyllinischer Weissagungskraft, voller Urworte, orphisch, ist vermutlich die Muse der Dichtkunst selbst, wenn nicht gar das Wort Gottes in seiner Urgestalt. Wer Dylans Werk richtig zu lesen, zu hören und zu dechiffrieren versteht, wird in ihm die geheime Weltformel entdecken – als Offenbarung für jetzt und alle Zeit. In Ewigkeit, Amen.

Rückblick

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