Scheurings Wort zum Samstag: Der Wind, die Sterne und der Mond

Die Welt des deutschen Geistes hat große Denker hervorgebracht, Philosophen wie Kant, Schopenhauer oder Beckenbauer. Wobei Letzterer, im Unterschied zu seinen Vorgängern, auch noch Fußball spielen konnte. Franz Beckenbauer, der gerade seinen 75. Geburtstag feierte, beschäftigte sich nicht nur mit dem Diesseits und dem Jenseits, sondern auch mit dem Abseits – eine Dimension, die anderen Philosophen verschlossen blieb. „Sokrates, Aristoteles, Platon und diese Leute haben sich vor 2000 Jahren Gedanken gemacht, da sind wir noch auf den Bäumen gesessen“, erkannte Beckenbauer, und ergänzte: „Seither haben sich nur ganz wenige weiterentwickelt.“ Er schon, weshalb er uns Weisheiten geschenkt hat wie diese: „Aus dem Mund eines Torhüters ist selten ein vernünftiger Satz gekommen.“ Als Quell der Vernunft hat er drei Varianten der Realität schlüssig als eine entlarvt: „Es gibt nur eine Möglichkeit: Sieg, Unentschieden oder Niederlage.“ In der Tradition der Dialektik stehend führte Beckenbauer die Denkschulen des Existenzialismus und der Phänomenologie zusammen in Thesen wie: „Das sind alles gute Fußballer. Nur: Sie können nicht Fußball spielen.“ Auf der Basis dieser Erkenntnis konnte er eine tiefe Empathie mit allem Seienden entwickeln: „Wissen Sie, wer mir am meisten leid tat? Der Ball.“ Beckenbauer bedachte die Wirkung der Kräfte der Natur und des Kosmos auf den Menschen, am schönsten vielleicht in den Zeilen: „Erfolg ist ein scheues Reh. Der Wind muss stimmen, die Witterung, die Sterne und der Mond.“ Möge die Strahlkraft seiner Gedanken uns weiterhin erleuchten!

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