Scheurings Wort zum Samstag: Die Kunst der Trennung

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Die Deutschen sind bekannt für ihre Fähigkeit, räumlich und gedanklich klare Trennlinien zu ziehen. Dies zeigt sich in der Errichtung philosophischer Denkgebäude, die strikt zwischen Sein und Schein oder Sein und Zeit unterscheiden, oder in Phänomenen wie der Trennkost. Eine Zeit lang gab es sogar zwei getrennte deutsche Staaten, die so klar unterscheidbar waren wie Dick und Doof. Heute zeichnet sich Deutschland aus durch sein System der Mülltrennung, das weltweit einmalig ist. Während früher alles in eine Tonne kam, wird heute sortiert. Ordnung muss sein. Hierbei helfen Sammelcontainer, blaue Tonnen, gelbe Säcke, graue Tonnen, schwarze Säcke oder braune Tonnen. Das Umweltbundesamt jedoch hat diese Woche mitgeteilt, dass immer noch viele Wertstoffe in der Restmülltonne landen. Auch Entsorgungsfirmen beklagen, dass Abfälle oft fehlgeleitet werden. So wächst zusammen, was nicht zusammengehört. Die Branche unterscheidet hier etwa zwischen „regulären Fehlwürfen“ (Quark samt Verpackung in der Biotonne) und „intelligenten Fehlwürfen“ (Plastikklobürste im gelben Sack). Der Kosmos aus Grünem Punkt, gelbem Sack und blauer Tonne ist zuweilen nur schwer zu durchschauen. Viele wissen einfach nicht, in welche Behältnisse sie Joghurtbecherdeckel, Bioabfall, Schreddergut, Amigos-CDs, Einwegflaschen und anderen Schotter verfüllen sollen, um so den Kreislauf von Wiederverwertung und Wiedergeburt („Ich war eine Dose“) zu schließen. „Gute Freunde kann niemand trennen“, sang einst Franz Beckenbauer. Mit dem Müll verhält es sich oft genauso.

Rückblick

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