Scheurings Wort zum Samstag: Gegen jeden Menschenverstand

Mit dem Verstand ist es so eine Sache. Einige haben mehr davon, andere weniger. Ist das gerecht? Vermutlich nicht, aber man muss damit leben. Es gibt keine Gleichstellungsbeauftragten, bei denen Benachteiligte mehr Gehirn einfordern können. Manchmal fehlt einfach jeder Verstand. Da fällt mir Andreas Scheuer (CSU) ein. Der Bundesverkehrsminister hat gesagt, ein Tempolimit auf Autobahnen sei „gegen jeden Menschenverstand“. Die Steuerbelastung ist – wie der Verstand – auch ungleichmäßig verteilt. Einige zahlen mehr, andere weniger. Das ist oft auch nicht gerecht. Besonders ärgerlich wird es, wenn Steuergelder verbrannt werden, wie möglicherweise 500 Millionen Euro oder noch mehr für die gescheiterte Pkw-Maut. Ich hätte das Geld – also meinen Teil davon, ich zahle reichlich Steuern – auch für Sinnvolleres ausgeben können. Was aber die Situation vollends unerträglich macht, ist, wenn ich sehe, wie der Verantwortliche für dieses unglaubliche Desaster, Bundesverkehrsminister Scheuer, angesichts dieses extrem peinlichen und teuren Unfugs nicht wenigstens betreten dreinblickt, sondern, offenbar ohne sich auch nur ein bisschen zu schämen, in phänomenal fehlgeleiteter Selbsteinschätzung so selbstzufrieden, fast schon triumphierend lächelt, als ob er gerade zum klügsten und beliebtesten Menschen Deutschlands gekürt worden wäre, so dass berechtigte Zweifel auftauchen, ob seine beiden Gehirnhälften noch miteinander verbunden sind – dann ist das schon ziemlich dreist und schwer bedenklich, man könnte auch sagen: gegen jeden Menschenverstand.

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