Scheurings Wort zum Samstag: Hier werden Sie beherbergt

Die Corona-Pandemie mit all ihren Nebenwirkungen ist nicht nur eine gesamtgesellschaftliche, sondern auch eine sprachliche Herausforderung besonderer Art. Allein all die Begriffe, welche man im Mund und in seinem Kopf hin- und herbewegen muss: Inzidenzwert, Reproduktionszahl, Infektionsschutzmaßnahmenverordnung und zu allem Übel auch noch das Beherbergungsverbot. Es ist schwer zu sprechen und nicht minder schwer zu schreiben. In dieser Zeitung zum Beispiel las ich „Beherbungsverbot“, im Nachrichtenticker des ZDF „Berherbergungsverbot“. Womöglich wird in der „Sportschau“ bald das Seppherbergerverbot zum Thema. Es ist kaum zu glauben, aber wahr: Selbst Nachrichten-Profis haben Schwierigkeiten, das Wort Verherbungsverbot korrekt aus dem Mund, aufs Papier, ins Fernsehen oder ins Netz zu befördern. Man könnte manchmal glatt die Beherberschung, Quatsch: die Beherrschung verlieren. In Bayern jedenfalls ist das Beherberbungsgebot seit einer Woche Geschichte. Auch im Saarland wurde das Herbstverbergungsverbot gekippt. Hessen hat das seit Sommer geltende Vererberbungsgebot ebenfalls abgeschafft. In Berlin oder Nordrhein-Westfalen war das Bergvererbungsgebot nie ein Thema. Nach der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts in Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) in dieser Woche ist das Beherberbumsgehob ... das Verberberungsboot, wie auch immer, nun nahezu überall in Deutschland aufgehoben. Vielleicht sollte man gleich jetzt und für alle Zeit auch das ganze Wort Verherbertungsverbot verbieten. Es liegt kein Segen drauf.

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Herbert Scheuring
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