Scheurings Wort zum Samstag: Hoch die Tassen!

Vor genau 30 Jahren wurde aus zwei deutschen Staaten einer. Die Vereinigung der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik war ein Wagnis. Doch von Anfang an war klar: Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört. Ob es nicht vielleicht doch besser gewesen wäre, Deutschland nach dem Vorbild von Aldi Süd und Aldi Nord in zwei neue Bundesstaaten namens Aldi West und Aldi Ost aufzuteilen, um dem Land so klare Strukturen zu geben – darüber mag die Geschichte urteilen. Heute jedenfalls kann man guten Gewissens sagen: Die deutsche Einheit ist, allen Widrigkeiten zum Trotz, ein Erfolg. Freilich weisen die Lebensverhältnisse hier und da noch Unterschiede auf: Im Westen zum Beispiel gibt es mehr freilaufende Hühner, im Osten dagegen mehr freilaufende Männer, weil viele Frauen von dort in den Westen gezogen sind. In Sachen Rechtsextremismus hat der Osten die Nase vorn, hier hinkt der Westen hinterher. Im Osten besteht inzwischen sogar die Gefahr, dass selbst Hühner in den Rechtsextremismus abgleiten. Zwar haben Ostdeutsche im Schnitt weniger Einkommen als Westdeutsche, doch im Hinblick auf die Zahl der Tassen gibt es heute keine nennenswerten Unterschiede mehr: Nach den Aufmärschen von Pegida in der ehemaligen Zone haben die Demonstrationen der Verschwörungstheoretiker in den alten Bundesländern deutlich gezeigt, dass im Osten und Westen etwa gleich viele Deutsche nicht mehr alle Tassen im Schrank haben. Um die Einheit muss uns also nicht bange sein: Auch hier wächst zusammen, was zusammengehört.

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