Scheurings Wort zum Samstag: Närrische Tage ohne Ende

In halbwegs normalen Zeiten würden hierzulande die Narren jetzt ausgelassen feiern. Doch das Coronavirus weist dieses Jahr das Faschingsvirus in seine Grenzen. Das ist bitter, aber immerhin bleiben uns so als Coronavirus, Impfspritze oder Karl Lauterbach verkleidete Narren erspart. Die Karnevalisten sind aufgrund des langen Lockdowns ohnehin aus der Übung: Viele der einst schlanken Gardetänzerinnen könnten mangels Bewegung wohl nur noch in der Ranzengarde auftreten. An Fasching ist dieses Jahr alles ganz anders: Der Kölner Rosenmontagszug wird als Puppentheater aufgeführt, Karnevalssitzungen finden nur im Fernsehen, im Netz oder als Autokino statt. Experten raten zu Distanzschunkeln („Homeschunkeling“) im Wohnzimmer oder dazu, einen Mini-Umzug zu veranstalten und verkleidet zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand durch die Nachbarschaft zu ziehen. Man kann sich natürlich auch einfach daheim einen Lachsack aufs Sofa setzen und ihn mit Luftschlangen bewerfen. Da kommt Stimmung auf. Zwar sind Faschingszüge und Prunksitzungen abgesagt, doch Narretei kennt keine Grenzen: Die Umzüge von Corona-Leugnern sind weiterhin erlaubt. Sie verkleiden sich als besorgte Bürger und rufen närrische Parolen. Leider werfen sie noch keine Bonbons auf Passanten und tragen auch keine Clownsnasen oder Narrenkappen, was zu ihren närrischen Reden gut passen würde. Nun wird gemeldet: Sie wollen genau das tun. Vermutlich sind sie jetzt komplett narrisch geworden. Uns stehen also auch nach Aschermittwoch noch viele närrische Tage bevor.

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