Unterm Strich: Berlin, Berlin

Geht es um die Hauptstädter, neigen bayerische Provinzeier gerne zu Witzeleien beziehungsweise zum herzhaften Granteln. Angeblich bevölkern Junkies jede Ecke in Berlin, kommt die S-Bahn nach Lust und Laune, funktioniert nichts so richtig, und termingerecht wird auch nichts fertig. Doch immer steppt der Berliner Bär – der sexy Armut zum Trotz. Jetzt darf es noch ein zusätzlicher freier Tag sein: der Internationale Frauentag an diesem 8. März, weil Berlin feiertagsmäßig Nachholbedarf im Bundesvergleich hat. Unnötig sei das, meint Florian Weber, Chef der Bayernpartei, denn im Berliner Wirtschaftsleben sei „der Unterschied, ob gearbeitet wird oder nicht, wahrscheinlich nicht allzu groß“. Ein bissl Spaß ist das halt, wie auch das hämische Geraune über die Effektivität in Berliner Amtsstuben. Da soll es doch durchaus vorkommen, dass man einen Termin erhält und der Sachbearbeiter das Anliegen mit „Bin ick allwissend, seh ick aus wie Jesus?“ abschließend bescheidet. Recht hat der Beamte; denn erstens: Wer weiß schon, wie Jesus aussah? Und zweitens: Entscheiden etwa bayerische Behörden trotz Kreuzerlass in der Nachfolge Jesu aus Nächstenliebe? Hingegen erbarmen sich Berlins Finanzämter der Steuerzahler. Sie verloren im Jahr 2018 zwar Platz eins bei der Bearbeitungszeit der Steuerbescheide im Ländervergleich ganz knapp an das Saarland, liegen aber weit vor den Strebern Bayern und Baden-Württemberg. Im Gegenzug begrüßt der Freistaat Bayern in solidarischer Verbundenheit, dass die prompte Rückerstattung von zuviel gezahlter Steuer in Berlin über den Länderfinanzausgleich mitgetragen wird.

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