Unterm Strich: Der Fluch der Namensgebung

Manche Eltern sind schon bei der Taufe ein Fluch für ihre Kinder. Mit den Namen sind die ein Leben lang gestraft: Wotan, weil der Vater Wikinger mag, Hildegard, weil die Mutter ein Faible fürs Mittelalter hat. Oder Khaleesi, weil das Kind in einer Werbepause der TV-Serie „Game of Thrones“ entstand. Welche Erwartungen schwingen mit, wenn jemand Hamlet oder Falco heißt? Muss eine Melody singen können? Wird aus Johannes-Paul automatisch ein halber oder gar ein ganzer Heiliger? Was will man machen, wenn Chaplin keinen Spaß versteht? Eine Beauty zwar so heißt, aber keine ist? Oder sich Rocky zu einem übergewichtigen Computerfreak entwickelt? So betrachtet, tragen die Kinder von Sängerin Sarah Connor fast schon Allerweltsnamen wie Summer Antonia, Tyler Marc, Delphine Malou und Jax Llewyn. Nur muss Mama da einen langen Atem haben, wenn sie alle Vier zum Mittagessen ruft. Fatal ist dagegen manch andere Kombination: Wenn Familie Beer einen Johannes bekommt, Frau Nass auf den Vornamen Anna hört oder Herr Lage seine Tochter unbedingt Claire-Ann nennen will. Manche dieser Kombinationen entfalten ihre komische Wirkung erst, wenn man sie laut ausspricht: Ina Rhein, Donna Balken, Marta Fal oder Nico Thien. Wenn Sie gerade auf der Suche nach dem Namen für Ihren Sprössling sind, lesen Sie besser zuvor das Buch „Gestatten, mein Name ist Wilma Bumsen, Gynäkologin aus Fucking“ von Jan Anderson und Christian Koch. Die zehn Euro sind gut angelegt: Sonst könnte Ihr Kind Theo Retisch, sogar Rainer Zufall, Steve Mutter heißen – oder gar Vince Ling.

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