Unterm Strich: Agenten in Lederhosen

Die enge Zusammenarbeit zwischen Geheimdiensten, heißt es seit Beginn der NSA-Affäre immer, trägt zur Sicherheit Deutschlands bei. Wie jetzt herauskam, unterstützt der BND die Pflege dieser partnerschaftlichen Beziehungen mit bayerischem Brauchtum: Laut Kanzleramt lädt der Bundesnachrichtendienst seit Jahren auf die Wiesn ein. Es wurden „zentral organisierte Großveranstaltungen ausländischer Nachrichtendienste auf dem Münchner Oktoberfest“ durchgeführt, heißt es. Und weiter: „Die Termine werden mit Fachgesprächen verbunden, um den direkten Nutzen für das dienstliche Interesse zu ziehen.“ Eine Art Münchner Sicherheitskonferenz im Bierzelt also. Genial! Wo lässt sich besser abhörsicher über die aktuelle Sicherheitslage beraten, als zwischen Blasmusik und Maßkrugklirren? So soll auch die NSA-Selektorenliste mit den Spionagezielen des US-Geheimdienstes, die der Untersuchungssausschuss nur zu gerne einsehen würde, auf der Wiesn zusammengestellt worden sein. Angeblich soll sie auf einen Bierdeckel gepasst haben. Von Spaßveranstaltungen kann also keine Rede sein: Ohnehin übernahm der BND pro Person nur Bewirtungskosten in Höhe von 40 bis 50 Euro – dafür bekommt man auf dem Oktoberfest gerade einmal ein halbes Hendl und drei Maß Bier.

Um nicht aufzufallen, ließen übrigens die Schlapphüte selbige samt ihren schwarzen Anzügen im Schrank und trugen bayerische Tracht. Die Widerstandsfähigkeit und die typische Tarnfarbe der Lederhosen überzeugte die Agenten so sehr, dass sie sie nun auch bei Missionen tragen wollen.

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