Unterm Strich: Es geht um die Wurst!

Kennt die Welt ein anderes Nahrungsmittel, das so typisch deutsch wäre wie sie? Und gesetzt den Fall, Blasmusik röche – könnte sie gegen diese Speise in Sachen Deutschtum anstinken? Die Rede ist von dir, o theure, teutsche Wurst! Seit Olims Zeiten speisest du unterschiedslos deutsche Dichter und Denker, Richter und Henker. Deutscher Sang, deutscher Tann, deutsche Wurst sind seither Dreiklang der Heimat. Das Vaterland zeigt dir feierlich die Flagge (Schwarzwurst, Rotwurst, Gelbwurst); der Adler inmitten mahnt mit wehrhaften Klauen und scharfem Schnabel zum Reinerhalt. Du, Hausgemachte, bist als einzige Speise würdig, im Opferrauch des Deutschen liebsten Tempels – des Fußballstadions – vor sich hin zu brutzeln! Hausmacher Bratwurst, alte Freundin! Was fliehest du vor uns? Tja, sie flieht wegen feindlicher Heuschreckenschwärme schnöder Industriewürste, die sich wie eine biblische Plage über deutsche Stadionränge wälzen. Selbst bei den weihevollsten aller deutschen Handlungen – Fußballspielen vor großem Publikum – zwingt man oft bis zur Unkenntlichkeit verschnittenes Massenfleisch den ohnehin geknechteten Massen in den Schlund. Mussten wir nicht schon unser anderes, ebenso keusches National-Mysterium, die deutsche Sprache, dem Satan überlassen, der ständig frech Hufabdrücke (Service-Point) und Schwefelstank (Event) darin hinterlässt! Deutschland, künftig eine Art Wurst-Serengeti? Es mag so sein, aber zum Glück fanden sich endlich ein paar Grzimeks, per www.fussballwurst.de stadionweit für Schutz der deutschen Wurst zu sorgen.

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