Unterm Strich: Punktabzug für Verkehrssünder

Im Flensburger Verkehrszentralregister sind 47 Millionen Punkte von Verkehrssündern gespeichert. All diese Punkte müssen in der Behörde, die schon jetzt aus allen Nähten platzt, für lange Zeit aufbewahrt werden. Um Platz zu schaffen, will Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer nun die Verkehrssünderkartei reformieren und die Zahl der Punkte dort drastisch reduzieren. Bislang gibt es für Vergehen einen bis sieben Punkte, bei 18 Punkten wird der Führerschein einkassiert. Künftig sollen Verkehrsdelikte nur noch mit einem bis drei Punkten bestraft werden, bei acht Punkten ist der Führerschein weg – oder bei sieben Punkten plus Zusatzzahl. Seminare zum Punkteabbau ändern dafür ihr Anspruchsprofil. Zu lösen sind knifflige Aufgaben aus dem Bereich der Verkehrsmathematik wie zum Beispiel: Welche rechnerischen Möglichkeiten gibt es für eine Ampelkoalition an einer Kreuzung mit mehreren Lichtsignalanlagen? Oder: Berechnen Sie die Hypotenuse aus einem rechtwinkligen Warndreieck! Wer hierfür nicht helle genug oder anderweitig unterbelichtet ist, kann ersatzweise durch den Einbau einer neuen Lichtmaschine in sein Auto Punkte abbauen. Gleiches gilt punktuell auch für nicht angeschnallte Schnallen, die gar nichts schnallen. Katholische Verkehrsteilnehmer können zudem ihr Punktekonto reduzieren, indem sie ihre Verkehrssünden im Beichtstuhl einer Autobahnkirche reuig bekennen. Nur wer als Geisterfahrer herumspukt oder im Schwerlastverkehr schweren Lastern nicht abschwört, darf nicht auf Erlösung hoffen und muss auf ewig in der Verkehrssünderhölle schmoren.

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