Canberra

Australiens Premier: Buschbrände dauern noch Monate

Flucht
Auf der Flucht vor den Flammen: Ein Känguru im Buschland nahe Canberra. Foto: Lukas Coch/AAP/dpa

Die Buschbrände in Australien wüten weiter, es ist noch kein Ende in Sicht. Der Qualm raubt den Menschen in den betroffenen Gebieten den Atem. In der Hauptstadt Canberra war die Luft am Montag gefährlich verschmutzt.

Die Stadtregierung rief die Menschen dazu auf, drinnen zu bleiben. Einige Flüge wurden gestrichen. Museen, Geschäfte und Universitäten blieben geschlossen. Das Innenministerium forderte seine Mitarbeiter auf, für 48 Stunden zu Hause zu bleiben. An der Südostküste regnete es, was den Kampf der Feuerwehr etwas erleichterte.

Eine Entwarnung gab es aber nicht. In den Bundesstaaten New South Wales und Victoria loderten noch um die 170 Feuer. Die Helfer mussten weiter abgeschnittene Gebiete versorgen. Am Montag meldete die Polizei den Tod eines 71 Jahre alten Mannes. Seit Beginn der Brände im Oktober sind damit landesweit 25 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 2000 Häuser sind zerstört. Etwa 10,6 Millionen Hektar brannten nieder - das entspricht etwa der Größe von Bayern und Baden-Württemberg zusammen.

„Die Feuer brennen immer noch, und sie werden noch über Monate brennen”, sagte der australische Premierminister Scott Morrison am Montag vor Reportern. Der konservative Politiker, der wegen seines Krisenmanagements in der Kritik steht, hatte eine neue nationale Agentur angekündigt, die sich um die Folgen der Katastrophe kümmern soll. Ein Fonds soll in den nächsten zwei Jahren mindestens zwei Milliarden australische Dollar (1,2 Milliarden Euro) bekommen - Geld für die Farmer, kleine Geschäfte und betroffene Bewohner.

Militär-Reservisten sollen dabei helfen, die verendeten Schafe und das Vieh zu begraben. Die Folgen für die einzigartige Pflanzen- und Tierwelt Australiens sind nicht absehbar. Hunderte von Millionen Tieren wurden nach Schätzungen von Wissenschaftlern allein in New South Wales getötet.

Besonders das Schicksal der Koalas bewegt viele Menschen. In einem Augenzeugenbericht im „Sydney Morning Herald” ist zu lesen, wie die Tiere schreien, während sie im Flammenmeer sterben. Bilder von Tieren im Brandgebiet verbreiteten sich im Internet - etwa das eines Koalas, der an Bord eines Lastwagenfahrers Schutz findet.

Die Katastrophe bewegt auch Hollywood, besonders die australischen Stars. Der Schauspieler Russell Crowe nutzte seine Dankesrede bei den Golden Globes für einen eindringlichen Appell zur weltweiten Klimapolitik. „Die Tragödie in Australien basiert auf dem Klimawandel”, ließ Crowe von Laudatorin Jennifer Aniston bei der Preisverleihung verlesen. Sie erklärte, er sei wegen der Buschbrände bei seiner Familie in Australien geblieben.

Crowes Kollegin Cate Blanchett lenkte in ihrer Rede den Blick auf die harte Arbeit der Feuerwehrleute. Und sie sagte auch: „Wenn ein Land vor einer Klima-Katastrophe steht, stehen wir alle vor einer Klima-Katastrophe.”

Buschbrände in Australien
Ein Soldat schaut aus einem Militärhubschrauber auf die Brände im Bundesstaat Victoria. Foto: Private Michael Currie/ADF/AP/dpa
Feuer-Krise in Australien
Australiens Premierminister Scott Morrison kündigt bei einer Pressekonferenz einen Fonds für betroffene Farmer und Bewohner an. Foto: Lukas Coch/AAP/dpa
Kadaver
Im Feuer umgekommene Tiere liegen auf einem Feld. Wissenschaftler schätzen, dass Hunderte Millionen Tiere umkamen. Foto: David Mariuz/AAP/dpa
Folgen der Buschbrände
Die Buschfeuer haben wie hier auf Kangaroo Island schwere Schäden in der Natur hinterlassen. Foto: David Mariuz/AAP/dpa
Bundesstaat Victoria
Dichte Rauchwolken steigen über einem Wald auf, in dem ein Wildfeuer wütet. Schon seit Oktober 2019 dauern die Buschbrände auf dem Kontinent an. Foto: Glen Morey/Glen Morey/dpa
Totes Känguru
Hunderte Millionen Tiere sind nach vorsichtigen Schätzungen von Wissenschaftlern allein im Bundesstaat New South Wales getötet worden. Foto: David Mariuz/AAP/dpa
Hilfe
Hilfe für Kangaroo Island: Ein Konvoi von Armeefahrzeugen, der bis zu 100 Reservisten und Versorgungsgüter transportiert. Foto: David Mariuz/AAP/dpa
Satellitenfoto
Ein von der Internationalen Raumstation ISS am 3.1. aufgenommenes Foto zeigt die Waldbrände in der Region um Sydney, deren Rauschwaden bis in die Tasmanische See ziehen. Foto: -/NASA/dpa

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