Mogadischu

Drohnenangriffe in Somalia: Mitglieder von Terrormiliz tot

Explosion einer Autobombe
Bei einem Sprengstoffanschlag waren am Samstag in Mogadischu fast 100 Menschen getötet und mehr als 120 verletzt worden. Foto: Abdirahman Mohamed/dpa

Bei Drohnenangriffen in Somalia sind Medienberichten und dem Geheimdienst zufolge mehrere Mitglieder der Terrormiliz Al-Shabaab getötet worden. Unter den Toten soll ein ranghohes Führungsmitglied der Terrormiliz sein.

Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag aus Geheimdienstkreisen. Auch mehrere Staatsmedien berichteten übereinstimmend über den Vorfall. Zunächst war von mehreren toten Mitgliedern der Führungsebene die Rede gewesen. Die Angriffe konzentrierten sich den Angaben zufolge auf ein Al-Shabaab-Lager nahe dem Ort Kunya-Barow. Somalische Elitesoldaten seien beteiligt gewesen, hieß es.

Somalia selbst hat keine leistungsstarken bewaffneten Kampfdrohnen, sondern greift dabei auf die Hilfe seiner Verbündeten zurück. „Wir haben internationale Partner, die uns beim Kampf gegen die Terroristen helfen”, hieß es unbestimmt aus Geheimdienstkreisen. Somalische Medien dagegen sprachen von US-Drohnen.

Bei dem Sprengstoffanschlag waren am Samstag in der somalischen Hauptstadt Mogadischu fast 100 Menschen getötet und mehr als 120 verletzt worden. Obwohl es zunächst kein Bekennerschreiben gab, wird hinter dem Anschlag die terroristische Sunnitenmiliz Al-Shabaab vermutet.

Al-Shabaab kämpft in dem Land am Horn von Afrika seit Jahren um die Vorherrschaft. Die sunnitischen Fundamentalisten beherrschen große Gebiete im Süden und Zentrum Somalias und verüben immer wieder Anschläge.

Die „New York Times” hatte vor mehreren Monaten berichtet, die USA hätten unter Präsident Donald Trump ihren „Schattenkrieg” in Somalia gegen islamistische Terroristen kräftig ausgeweitet. Allein in den ersten beiden Monaten 2019 seien bei 24 Luftangriffen in Somalia 225 Menschen getötet worden. 2018 sei mit 326 Toten bei 47 Luftangriffen ein trauriger Rekord erreicht worden, hatte das Blatt unter Berufung auf US-Militärdaten berichtet.

In Deutschland hatte das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster erst im März die Klage eines Somaliers gegen die Bundesrepublik Deutschland nach einem US-Drohnenangriff in seiner Heimat 2012 abgewiesen. Er hatte argumentiert, der Angriff sei nur unter Beteiligung der US-Militärbasis im pfälzischen Ramstein möglich gewesen.

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