Dortmund

Experte: Kurdenkonflikt könnte in Deutschland eskalieren

Demo
Polizisten beobachten in Köln eine Demonstration gegen die türkische Offensive. Foto: David Young/dpa

Die Stimmung ist angespannt. Mit der türkischen Militäroffensive in Nordsyrien wachsen die Befürchtungen, dass sich Konflikte zwischen Menschen mit türkischen und kurdischen Wurzeln auch in Deutschland entladen.

Eine Eskalation auf beiden Seiten sei nicht auszuschließen, sagt der Politikwissenschaftler und Türkeiexperte Burak Çopur: „Wir sitzen hier in Deutschland auf einem Pulverfass.”

Werde der Kurdenkonflikt nicht friedlich gelöst, sei auch in Deutschland eine Radikalisierung auf der kurdisch- wie auch türkischstämmigen Seite zu befürchten. Eine Eskalation könne nicht ausgeschlossen werden, sagte Çopur der Deutschen Presse-Agentur in Dortmund.

„Die Kurdenfrage ist ein ungelöster Identitätskonflikt in der Türkei, der mit der Migration auch nach Deutschland getragen wurde”, betonte Copur, Professor an der privaten Hochschule IUBH Dortmund. Die Deutsch-Kurden - nach Schätzungen sind es bundesweit bis zu 1,2 Millionen - lehnten die türkische Offensive mehrheitlich deutlich ab. Viele seien bereits gegen die Militäraktion auf die Straße gegangen. In der türkischen Community, die von islamisch-konservativen Milieus dominiert sei, stimme man dem Einmarsch überwiegend zu.

Seit Beginn der international kritisierten Offensive sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerk Zehntausende auf der Flucht. Die türkische Regierung will eine sogenannte Sicherheitszone unter ihrer alleinigen Kontrolle einrichten, aus der sich alle Kurdenmilizen zurückziehen sollen. Sie will dort auch Millionen syrische Flüchtlinge ansiedeln, die derzeit in der Türkei leben.

Gegen den türkischen Militäreinsatz protestierten am Samstag in mehreren deutschen Städten Tausende Menschen.

Demonstranten in Berlin
Kurden bei einer Demo gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien. Foto: Jörg Carstensen/dpa

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