Berlin/Mainz

Klare Mehrheit für Grundrente - SPD legt in Sonntagsfrage zu

Grundrente       -  Die Einführung einer Grundrente für Geringverdiener wird von vielen Deutschen befürwortet.
Die Einführung einer Grundrente für Geringverdiener wird von vielen Deutschen befürwortet. Foto: Stephanie Pilick

Die von der SPD geplante Grundrente für Geringverdiener kommt bei der Bevölkerung sehr gut an.

Eine deutliche Mehrheit der Deutschen (61 Prozent) ist dafür, Mini-Renten nach langem Arbeitsleben ohne Bedürftigkeitsprüfung aufzustocken, gut ein Drittel (34 Prozent) ist dagegen, wie eine Umfrage für das ZDF-„Politbarometer” zeigt.

Vor allem die Anhänger von SPD (74 Prozent), Grünen (72 Prozent) und Linken (70 Prozent), aber auch die der AfD (59 Prozent) plädieren dafür, ermittelte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen. Die Anhänger der Union sind danach uneins, die meisten FDP-Anhänger (58 Prozent) dagegen. Bei der Sonntagsfrage legt die SPD zu.

Nach einer Umfrage für den „Focus” fällt die Zustimmung zur Grundrente für Geringverdiener mit mindestens 35 Beitragsjahren sogar noch höher aus: Danach sind 85 Prozent der Bundesbürger für eine solche Anhebung, 11 Prozent sprechen sich dagegen aus. Das Institut Kantar Emnid fragte allerdings nur, wer für eine Anhebung der Rente von Geringverdienern auf 900 Euro sei, ohne die SPD-Vorschläge zu konkretisieren. Besonders hoch ist demnach die Zustimmung unter Anhängern der Linken (99 Prozent), gefolgt von Grünen (93 Prozent) und SPD (90 Prozent). FDP-Anhänger sind zu 78 Prozent dafür, bei den Unionsparteien sind es 72 Prozent, bei AfD-Anhängern 67 Prozent.

Die Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, Verena Bentele, erklärte am Freitag, das Konzept der Grundrente müsse noch an einigen Stellen nachgebessert werden. „Der VdK kritisiert vor allem die starren Zugangsvoraussetzungen von 35 Beitragsjahren und dass Zeiten von Arbeitslosigkeit nicht berücksichtigt werden sollen.”

Bei der Sonntagsfrage konnte die SPD im ZDF-„Politbarometer” zulegen: Sie gewinnt zwei Punkte, liegt mit 16 Prozent aber immer noch weit hinter der Union, die 30 Prozent (minus 1) erreichen würde, wenn an diesem Sonntag Bundestagswahl wäre. Die Grünen bleiben mit 20 Prozent vor den Sozialdemokraten. Die AfD büßt einen Punkt ein und liegt bei 12 Prozent. Die Linke schafft unverändert 9 Prozent, die FDP bleibt bei 8 Prozent. Damit könnten nur Union und Grüne eine Zweier-Koalition bilden.

Die regierende Koalition aus CDU/CSU und SPD ist aber wieder beliebter: 61 Prozent sind zufrieden mit der Regierung, 34 Prozent nicht. Das ist ein deutlich besserer Wert als Ende Januar, als nur 51 Prozent der Meinung waren, die Regierung leiste gute Arbeit.

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