Innsbruck

Österreich: Kein Personen-Zugverkehr von und nach Italien

Grenzbahnhof Brenner       -  Der Grenzbahnhof Brenner zwischen Österreich und Italien ist menschenleer.
Der Grenzbahnhof Brenner zwischen Österreich und Italien ist menschenleer. Foto: Espa Photo Agency/CSM via ZUMA Wire/dpa

In Österreich hat der Notfallplan der Regierung wegen des Coronavirus zu einer weitgehenden Abschottung gegenüber Italien geführt. Seit dem Mittag werden an den Grenzübergängen zu Italien, etwa am Brenner, alle Einreisenden kontrolliert.

Italiener dürfen laut Erlass die Grenze nur mit ärztlichem Attest passieren. Österreich will auch seine Schulen schließen. Viele Museen und Theater sind bereits zu.

Nach Angaben des österreichischen Innenministeriums wurde auch der Flugverkehr zwischen Österreich und Italien eingestellt. Gleiches gilt für den Personen-Zugverkehr. Am Vormittag war ein vorläufig letzter Zug, ein Eurocity aus Italien in Richtung Innsbruck und München, über die Grenze gekommen. „Italien hat sehr, sehr, sehr besorgniserregende Zahlen”, begründete Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) die Schritte.

Am Grenzpass Brenner mussten Touristen auf dem Rückweg nach Deutschland oder in andere Länder versichern, dass sie keinen Stopp in Österreich planen. Von den Transitreisenden wurden die Personaldaten aufgenommen und auch die Ausweise fotografiert. Es kam zu längeren Wartezeiten. In Kärnten wurden ebenfalls die vier Grenzübergänge des österreichischen Bundeslandes zu Italien kontrolliert. Zusätzlich sei eine Totalsperre von zwei kleineren Grenzübergängen absehbar, so Kärntens Landeschef Peter Kaiser (SPÖ).

In der Alpenrepublik selbst wird das öffentliche Leben zunehmend von den Einschränkungen geprägt. So bleiben die Schulen ab nächster Woche geschlossen. Betroffen seien zunächst ab kommenden Montag alle Oberstufenschüler, teilte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) mit. Ab nächsten Mittwoch werde auch der Unterricht für alle anderen Schüler eingestellt. Es werde aber für diese die Möglichkeit der Betreuung in den Schulen geben. Die Schulschließungen dauern laut Kanzler zunächst bis zum 3. April, dem Beginn der Osterferien. Die Bundesregierung appellierte auch an Eltern, Kindergartenkinder möglichst zu Hause zu lassen.

Im Tagesverlauf stieg die Zahl der mit dem Virus Sars-CoV-2 Infizierten in Österreich laut Gesundheitsministerium auf 245 Fälle. Am frühen Morgen lag sie noch bei 206 Infektionen.

Unterdessen wird es für Touristen immer wenig attraktiv die österreichische Hauptstadt zu besuchen. Nach den Bundesmuseen wie dem Kunsthistorischen Museum und den großen Theatern schließt laut Wirtschaftsministerium auch Schloss Schönbrunn seine Pforten. Das Schloss ist der größte touristische Anziehungspunkt Österreichs mit jährlich rund vier Millionen Besuchern. Betroffen ist auch der Tierpark Schönbrunn, der älteste der Welt. Viele Veranstaltungen wurden abgesagt. Dazu gehörte auch der für den 19. April geplante Wien-Marathon, zu dem 45.000 Teilnehmer erwartet worden waren.

Die Straßen und Plätze sowie die öffentlichen Verkehrsmittel in Wien waren deutlich leerer als sonst. Die von der Regierung angeordnete Obergrenze von 100 Personen bei Veranstaltungen in Gebäuden gilt auch für die Gastronomie.

Besonders der Städtetourismus spürt die Auswirkungen. Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) erklärte, „Touristen aus Italien und Deutschland bleiben massiv aus.” So hat sich die Zahl der Reisebusankünfte in der ersten Märzwoche in der Stadt Salzburg im Vergleich zum Vorjahr halbiert. Der Tourismus aus Asien sei „total eingebrochen”, sagte Tourismuschef Bert Brugger den „Salzburger Nachrichten”.

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