Aschaffenburg

Polizei rätselt: Wo hat Diebin drei Millionen Euro versteckt?

Dreist zugegriffen: Eine 51-Jährige stahl rund drei Millionen Euro. Jetzt steht sie in Aschaffenburg vor Gericht, das Geld ist verschwunden. Foto: Jens Kalaene, dpa

Vor dem Landgericht Aschaffenburg muss sich jetzt eine besonders dreiste Diebin verantworten: Mira O. soll beim Geldzählen bei ihrem Arbeitgeber einfach drei Millionen Euro in den eigenen Rucksack gepackt haben und vom Firmengelände marschiert sein. Die Frau sitzt in der JVA Würzburg in Untersuchungshaft, von dem Geld fehlt nach Polizeiangaben bis heute jede Spur.

Gravierende Sicherheitsmängel

Nach Angaben von Prozessbeobachtern muss es bei dem Unternehmen, für das sie gearbeitet hatte, gravierende Sicherheitsmängel gegeben haben. Die Aufgabe der Frau bestand darin, bei der Industrie-Werkschutz GmbH die "Poolgelder" zu zählen, mit denen Geldautomaten aufgefüllt werden.

Am 10. März 2018 stahl sie offenbar um 6 Uhr einer Kollegin einen Schlüssel aus dem Schreibtisch. Sie soll damit die Gitterwägen im Tresorraum geöffnet und 2,49 Mio. Euro der HypoVereinsbank, 200.000 Euro der Postbank und 200.040 Euro der Volksbank Frankfurt/Main entnommen haben. In einer Metallkassette versteckt, verbarg sie die Beute zunächst unter ihrem Schreibtisch. Später soll sie die Beute in ihren Rucksack umgepackt haben  und ging damit um 12 Uhr einfach nach Hause.

Selbstanzeige? Polizei schickte sie angeblich wieder nach Hause

Im März hatte das Polizeipräsidium Unterfranken auf den Fall der 51-jährigen Frankfurterin aufmerksam gemacht. Nachdem die Tat bekannt geworden war, übernahm die Aschaffenburger Kripo die Ermittlungen. Besonders kurios: Am Tag danach wollte sich die Frau angeblich selbst bei der Polizei in Frankfurt wegen des Diebstahls anzeigen. Doch die Beamten schickten sie wieder nach Hause und rieten ihr, sich einen Anwalt zu besorgen, meldet die „Bild“.

Nachdem sich der Verdacht gegen die 51-Jährige erhärtet hatte, wurde die Frau festgenommen und auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg in Untersuchungshaft genommen. „Die Tat an sich hat die 51-Jährige inzwischen eingeräumt“, hieß es von Seiten des Polizeisprechers in einer gemeinsamen Presseerklärung. Über den Verbleib des Geldes, das sie bei der Tatausführung offenbar in einen neongelb-grünen Rucksack verpackt hatte, machte die Angeklagte keine Angaben.

Drei Millionen Euro bleiben verschwunden

Sämtliche Ermittlungen diesbezüglich verliefen bis dato ins Leere, heißt es in der Presseerklärung der Polizei. Dem aktuellen Sachstand nach hatte die Tatverdächtige sowohl in Aschaffenburg als auch in ihrer Heimatstadt Frankfurt die Gelegenheit, das Geld bei Seite zu schaffen. Sie klagte vor Gericht über Mobbing im Betrieb und will sich an die Zeit nach dem Verlassen des Betriebes mit der Beute nicht mehr erinnern.

Das Urteil soll am Freitag fallen.

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