WÜRZBURG

Prosit Neujahr: Ausgelassene Partys und Übergriffe

Silvester in Berlin       -  Tausende Zuschauer verfolgen Deutschlands größte Silvesterparty am Brandenburger Tor am 31.12.2017 in Berlin.
Tausende Zuschauer verfolgen Deutschlands größte Silvesterparty am Brandenburger Tor am 31.12.2017 in Berlin. Foto: Ralf Hirschberger (dpa)

Fast überall in Deutschland sind die Menschen fröhlich und friedlich ins Jahr 2018 gestartet. Pünktlich um Mitternacht erreichten die vielen Feuerwerke und Partys trotz oft regnerischem und windigem Wetter ihren Höhepunkt. Bei der größten Silvesterparty Deutschlands am Brandenburger Tor in Berlin feierten mehrere Hunderttausend. Ausschreitungen gab es in Leipzig, wo 40 bis 50 Randalierer Polizisten mit Böllern und Steinen bewarfen.

Ein 14-jähriges Mädchen im thüringischen Triptis muss um ihr Augenlicht fürchten, nachdem ein explodierender Böller in eine Menschengruppe geworfen wurde. Polizeisprecher in Großstädten sprachen am frühen Morgen von vereinzelten sexuellen Übergriffen auf Frauen.

Silvester in Köln       -  Sicherheitskontrollstellen stehen am 31.12.2017 vor der Schutzzone rund um den Dom in Köln (Nordrhein-Westfalen). Auch in diesem Jahr finden die Silvesterfeierlichkeiten in der Domstadt unter großen Sicherheitsvorkehrungen statt.
Sicherheitskontrollstellen stehen am 31.12.2017 vor der Schutzzone rund um den Dom in Köln (Nordrhein-Westfalen). Auch in diesem Jahr finden die Silvesterfeierlichkeiten in der Domstadt unter großen Sicherheitsvorkehrungen statt. Foto: Henning Kaiser (dpa)

Frauen in Köln belästigt

Die Polizei in Köln sagte am Neujahrsmorgen, neun Frauen hätten angegeben, unsittlich angefasst worden zu sein. Drei Tatverdächtige seien identifiziert worden. Szenen wie in der berüchtigten Kölner Silvesternacht vor zwei Jahren habe es nicht gegeben. So sei es nirgends zu Zusammenrottungen von mehreren Hundert Menschen gekommen. In der Silvesternacht 2015/16 waren in Köln zahlreiche Frauen von Männergruppen sexuell bedrängt und bestohlen worden. Unter den Beschuldigten waren viele Nordafrikaner und Flüchtlinge.

In München sei „gar nichts“ Derartiges gemeldet worden, sagte ein Polizeisprecher am Montagmorgen. Die Erfahrung zeige aber, „dass so etwas oft erst ein, zwei Tage später angezeigt wird“.

Rückzugsbereich für Frauen in Berlin

Bei der großen Silvesterparty auf der Festmeile am Brandenburger Tor gab es nach Polizeiangaben vom Montagmorgen zehn Fälle von sexueller Belästigung. Sieben Personen seien in Gewahrsam genommen worden. Erstmals gab es auf der Festmeile einen Rückzugsbereich für sexuell belästigte Frauen mit geschulten Helfern des Roten Kreuzes – eine viel diskutierte und nicht unumstrittene Neuerung.

Randalierer griffen Polizisten in Leipzig an

Randalierer in Leipzig attackierten Polizisten in der Silvesternacht mit Böllern und Steinen. Über Lautsprecher hätten die Beamten die Angreifer verwarnt, erklärte die Polizei. Da sich diese weiterhin widersetzt hätten, habe man Wasserwerfer eingesetzt. Mehrere Personen wurden wegen schweren Landfriedensbruchs in Gewahrsam genommen.

Am Brandenburger Tor unterhielten Stars wie Oli P. und Conchita die Besucher. Um Mitternacht erleuchtete ein riesiges Feuerwerk den Nachthimmel. Die Berliner Feuerwehr sprach von einer durchschnittlichen Silvesternacht: Bis sechs Uhr am Morgen habe es fast 1600 Einsätze gegeben. Mehr als 1000 davon seien Rettungseinsätze gewesen.

Silvester - München       -  München ist ein Lichtermeer.
München ist ein Lichtermeer. Foto: Matthias Balk

Friedliche Feier auf den Landungsbrücken in Hamburg

Auch in Köln und Hamburg feierten die Menschen laut Polizei meist friedlich. Rund um die Landungsbrücken und den Jungfernsteig zählte die Feuerwehr in der Hansestadt Zehntausende; auch die Reeperbahn wurde zum Partyzentrum. Auf der Domplatte in Köln herrschte vor einer Konzertbühne der Polizei zufolge eine entspannte Atmosphäre.

Warme Silvesternacht in Deutschland

Allzu dick anziehen mussten sich die Feiernden in Deutschland draußen nicht: Überall im Land war es relativ mild, der Wärmerekord wurde aber knapp verfehlt. Nach vorläufigen Auswertungen des Deutschen Wetterdiensts in Offenbach wurde am Silvester-Nachmittag 2017 im badischen Rheinfelden mit 16,1 Grad am Rekord gekratzt.

Wieder Verletzungen durch Böller

Explodierende Böller führten wieder zu etlichen schweren Verletzungen: Eine 14-Jährige erlitt im thüringischen Triptis schwere Augenverletzungen. Ein Feuerwerkskörper wurde in der Silvesternacht von einem Unbekannten in eine Menschengruppe geworfen, in der das Mädchen stand, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Wucht der Explosion habe ihr die Brille „weggesprengt“. Ihr Augenlicht sei gefährdet. Ein Junge wurde an Gesicht und Hand verletzt. Bei dem Sprengkörper soll es sich ersten Ermittlungen zufolge um einen in Deutschland verbotenen sogenannten Polen-Böller handeln, wie der Sprecher sagte. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Im Unfallkrankenhaus Berlin wurden in der Nacht mehrere Menschen nach Unfällen mit Böllern behandelt. In der Silvesternacht seien bis 7 Uhr am Montagmorgen 21 Verletzte gezählt worden, teilte das Krankenhaus via Twitter mit. Das Team der Handchirurgie sei durchgehend in drei Operationssälen beschäftigt gewesen. Mindestens fünf Patienten hätten schwere Amputationsverletzungen erlitten.

Bei einer Verpuffung beim Silvester-Fondue wurden in der Oberpfalz mehrere Menschen verletzt - zwei von ihnen schwer. Fünf Mitglieder einer Familie und ein Gast saßen am Sonntagabend in einem Mehrfamilienhaus in Weiden zusammen, als es zu der Verpuffung und einer Stichflamme kam. Eine 50-Jährige und ein 22-Jähriger erlitten schwere Verbrennungen und wurden mit Rettungshubschraubern in Kliniken nach München und Nürnberg geflogen, wie die Polizei mitteilte.

Jahreswechsel in New York       -  Im Konfettiregen stehen am 01.01.2017 die Besucher der Silvesterfeier auf dem Times Square in New York (USA) und bejubeln das Neue Jahr.
Im Konfettiregen stehen am 01.01.2017 die Besucher der Silvesterfeier auf dem Times Square in New York (USA) und bejubeln das Neue Jahr. Foto: Mary Altaffer (AP)

Bibbern bei Silvesterfeier in New York

Schon Stunden vor den Feiern in Deutschland hatte das Jahr 2018 in vielen Teilen der Welt bereits begonnen. Zuerst war es im Pazifik um 11.00 Uhr MEZ so weit, später begrüßte Australien mit einem spektakulären Feuerwerk in Regenbogenfarben in Sydney das neue Jahr.

In den USA hat US-Popsängerin Mariah Carey ihren verpatzten Auftritt vom vergangenen Silvesterabend wett gemacht und am New Yorker Times Square zum Jahreswechsel 2018 eine perfekte Performance hingelegt. Rund 20 Minuten vor Mitternacht am Sonntagabend erschien die 47-Jährige auf der Bühne und sang ein Medley ihrer Hits. Bald darauf zählten die New Yorker die 60 Sekunden bis Mitternacht, ehe sich von einem Hochhaus eine mehr als fünf Tonnen schwere Kristallkugel senkte und in der Millionenstadt den Beginn des neuen Jahres markierte.

Im Gegensatz zu Deutschland war es in New York zum Jahreswechsel bitterkalt. Auf minus 13 Grad fielen dort die Temperaturen.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Gisela Rauch
  • Brandenburger Tor
  • Deutscher Wetterdienst
  • Mariah Carey
  • Randalierer
  • Silvesterfeiern
  • Silvesternacht
  • Silvesterpartys
  • Twitter
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
1 1
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!