Peking

Standpunkt: China auf die Beine helfen

China ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, gleich nach den USA. Das Land hält weltweit die höchsten Devisenreserven und hat enorme Wachstumsraten. Das gesamte Handelsvolumen Chinas lag zuletzt bei mehr als 4000 Milliarden US-Dollar. China ist international tonangebend. Unter anderem über die Asiatische Infrastruktur- und Investmentbank ist die Volksrepublik sogar einer der größten Kreditgeber in Entwicklungs- und Schwellenländern. Gleichzeitig bezeichnet sich China selbst als Entwicklungsland, und an dieser Stelle entzündet sich dieser Tage Protest. Viele Menschen fragen sich: Warum bekommt solch ein Global Player auch noch Unterstützung durch die internationale Staatengemeinschaft?

Wer der Regierung in Peking vorwirft, mit falschen Karten zu spielen, sollte sich allerdings zunächst einmal eine Karte des Riesenlandes mit seinen 9,6 Millionen Quadratkilometern Fläche und seinen knapp 1,4 Milliarden Einwohnern besorgen. Dann wird schnell ersichtlich, dass China einige Metropolen aufweist – in denen sich das Geld konzentriert. Darüber hinaus zerfasert das Land in viele Dörfer, in denen die Menschen in Armut leben. Armut bedeutet in diesem Fall ein Einkommen von 420 Euro. Im Jahr.

Kritiker sollten sich außerdem vor Augen halten, dass die aus Deutschland und anderen Ländern in der Vergangenheit nach Peking überwiesene Entwicklungshilfe Wirkung gezeigt hat. Zusammen mit den Eigenanstrengungen des Landes half das Geld dabei, die Armut in China massiv zurückzudrängen. Das Auswärtige Amt zitiert offizielle Zahlen, wonach seit 1978 rund 600 Millionen Menschen aus der Armut befreit wurden. Ende 2018 lebten demnach gleichwohl noch 17 Millionen Chinesen unterhalb der Armutsgrenze.

Interessiert mich alles nicht, mag da mancher denken. China ist 7500 Kilometer weg, die sollen sich um ihren eigenen Kram kümmern. Das ist in Zeiten der Globalisierung allerdings gefährlich kurz gedacht. Wirtschaft und Klima machen vor Grenzen nicht halt. Außerdem darf Entwicklungshilfe ruhig auch egoistisch betrachtet werden. Wenn es China einmal richtig gut geht, werden sich die Menschen dort an die Hilfe erinnern. Deutschland kann dann die Ernte einfahren, die jetzt mit gesät wurde.

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