Köln

Weniger Bürokratie für Altenheime wegen Corona gefordert

Altenheim       -  Wegen des Coronavirus ist es Angehörigen derzeit vielerorts untersagt, Alten- und Pflegeheime zu besuchen.
Wegen des Coronavirus ist es Angehörigen derzeit vielerorts untersagt, Alten- und Pflegeheime zu besuchen. Foto: Peter Steffen/dpa

Seniorenheime sollen nach Ansicht eines Bundes-Heim-Verbandes wegen der Corona-Epidemie von Bürokratie und Kontrollen verschont werden.

„In dieser drastischen Situation müssen wir die Rahmenbedingungen lockern”, sagte der Chef des Bundesverbandes der kommunalen Senioren- und Behinderteneinrichtungen (BKSB), Dieter Bien, der Deutschen Presse-Agentur. So solle von Prüfungen der Heimaufsicht zunächst bis Ende Mai abgesehen werden. Die regelmäßigen Qualitätsprüfungen des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung für den sogenannten Pflege-TÜV werden bereits vorläufig bis Ende Mai ausgesetzt.

Personalvorgaben wie die Fachkraftquote solle man zurückstellen, forderte Bien. Auch die Pflegeberichte könnten aus Sicht des Verbandes abgespeckt werden. „Es ist jetzt oberstes Gebot, die Grundversorgung der alten Menschen sicherzustellen.”

Überdies müsse die Politik sich einen Überblick verschaffen, wo Schutzmaterial hergestellt werde, wo es künftig zusätzlich produziert werden könne und bis wann welche Utensilien lieferbar seien, forderte der Geschäftsführer der Alten- und Pflegezentren des Main-Kinzig-Kreises mit über 2000 Bewohnern und Mitarbeitern.

Zu einem Besuchsverbot in Seniorenheimen sagte der Chef des in Köln angesiedelten Verbandes: „Extremsituationen machen extreme Entscheidungen nötig - aber es muss Ausnahmen geben.” Heimbewohner seien im letzten Lebensabschnitt angekommen - und wer im Sterben liege, müsse Besuche von Angehörigen erhalten können. Angehörigen in Bayern ist der Besuch von Alten- und Pflegeheimen seit Freitag weitgehend untersagt. In vielen anderen Bundesländern dürfen Rückkehrer aus Risikogebieten zwei Wochen lang Alten- oder Pflegeheime nicht betreten.

Schulschließungen, die wie alle anderen Menschen mit Kindern auch Mitarbeiter in Heimen betreffen, stellen diese laut Bien vor Herausforderungen. „Denn das A und O ist, dass das Personal bleibt und arbeitsfähig bleibt.” Da würden nur ungewöhnliche Lösungen helfen - zum Beispiel eine Mitarbeiterin zur Betreuung der Kollegen-Kinder in einem separaten Raum des Heims einzusetzen.

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