Washington

Biden will Ex-General Lloyd Austin zum Pentagon-Chef machen

Lloyd Austin       -  Ex-General Lloyd Austin.
Foto: Pablo Martinez Monsivais/AP/dpa | Ex-General Lloyd Austin.

Der künftige US-Präsident Joe Biden will nach übereinstimmenden Medienberichten erstmals in der Geschichte der Vereinigten Staaten einen Schwarzen zum Verteidigungsminister machen: den ehemaligen General Lloyd Austin.

Das berichteten in der Nacht zum Dienstag der Fernsehsender CNN und die Nachrichtenseite Politico. Der 67-Jährige war bis zu seiner Verabschiedung in den Ruhestand 2016 Kommandeur der US-Streitkräfte im Nahen Osten.

Auf diesem Posten war Austin verantwortlich für die US-Einsätze unter anderem im Irak, in Syrien und in Afghanistan - alles Konfliktherde, die immer noch nicht befriedet sind. In seinen Dienstjahren von 2013 bis 2016 gewann die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in der Region an Kraft - was auch für Fragen an Austin sorgen könnte. Zu Beginn seiner mehr als 40-jährigen Karriere im US-Militär war er auch in Deutschland im Einsatz.

Austin würde nicht nur eine Bestätigung durch den Senat benötigen, sondern auch eine Ausnahmegenehmigung durch den Kongress, das US-Parlament. Nach geltenden Regeln müssen zwischen dem aktiven Militärdienst und einer Berufung zum Verteidigungsminister mindestens sieben Jahre vergehen. Hintergrund ist, dass das Pentagon von einem Zivilisten geführt werden soll.

Der erste Verteidigungsminister des nun abgewählten US-Präsidenten Donald Trump, Ex-General James Mattis, bekam eine solche Ausnahmegenehmigung 2017. Mattis war Ende 2018 zurückgetreten, nachdem Trump einen Abzug eines großen Teils der US-Truppen aus Syrien angekündigt hatte.

Austin hatte von September 2010 bis Ende 2011 als General die US-Truppen im Irak befehligt. Der damalige Präsident Barack Obama - dessen Stellvertreter Biden war - hatte Austin anlässlich des Ausscheidens des Generals aus dem aktiven Dienst im Frühjahr 2016 ausdrücklich gelobt. Obama sagte damals, Austins „weises Urteil und unerschütterliche Führung” hätten ihm als Präsidenten im Kampf gegen den IS geholfen.

In den vergangenen Wochen war auch die frühere Pentagon-Mitarbeiterin Michèle Flournoy als wahrscheinliche Kandidatin gehandelt worden. Die „New York Times” berichtete am Dienstag, dass es in der Demokratischen Partei Druck auf Biden gegeben habe, einen Schwarzen Amerikaner als Verteidigungs- oder Justizminister auszuwählen.

© dpa-infocom, dpa:201208-99-609869/4

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