Berlin

Neuer Brutvogelatlas zählt fast 600 Arten in Europa

Der Star als 'Star'       -  Ein Einfarbstar (Sturnus unicolor) auf einem Dach. In Europa gibt es fast 600 verschiedene Brutvogelarten - die Mehrheit davon sind heimische Arten.
Foto: Xavier Riera/CREAF/dpa | Ein Einfarbstar (Sturnus unicolor) auf einem Dach. In Europa gibt es fast 600 verschiedene Brutvogelarten - die Mehrheit davon sind heimische Arten.

In Europa gibt es fast 600 Brutvogelarten - die weite Mehrheit davon sind heimische Vögel. Zu diesem Ergebnis kommt der neue Brutvogelatlas (EBBA2) des European Bird Census Council (EBCC).

An dem Bericht haben sich von 2013 bis 2017 rund 120.000 Freiwillige beteiligt. Er folgt auf den ersten Brutvogelatlas aus dem Jahr 1997 und bietet Aufschluss über die derzeitige Verbreitung von Vogelarten in Europa.

539 der festgestellten Arten sind demnach heimisch, 57 stammen ursprünglich aus anderen Teilen der Welt. Die meisten dieser Spezies seien aber nur in kleinen Gebieten Europas verbreitet, heißt es in einer Mitteilung.

Im Vergleich zur Erhebung für den ersten Brutvogelatlas, dessen Daten aus den 1980er-Jahren stammen, stellt der neue Bericht verschiedene Änderungen bei den Populationen fest. So konnten 35 Prozent aller heimischen Brutvogelarten ihr Areal in den vergangenen 30 Jahren vergrößern. Darunter seien etwa Waldvögel und Tiere, die durch internationales Recht geschützt würden. Ein solcher „Gewinner” ist laut Bericht die Schwarzkopfmöwe (Larus melanocephalus).

Ein Viertel aller Arten haben dagegen ein kleineres Brutgebiet als zuvor. Darunter sind laut den Autoren viele Vögel, die vor allem auf Ackerland zu finden sind, aber auch die Blauracke (Coracias garrulus), die in Baumhöhlen brütet.

Diese Verluste seien insbesondere im Mittelmeerraum sowie West- und Mitteleuropa festgestellt worden, sagte Sergi Herrando vom EBBA2-Koordinationsteam. „Regionen im Norden des Kontinents haben an Arten zugenommen, während die Gebiete im Süden Verluste erlitten haben.” Die Brutgebiete der Vögel haben sich laut EBCC im Schnitt seit der ersten Erhebung um 28 Kilometer nach Norden verschoben, etwa ein Kilometer pro Jahr.

Als Hauptursachen für die Veränderungen werden eine geänderte Landnutzung und der Klimawandel genannt. Komplett verschwunden seien trotz des Wandels aber nur wenige heimische Arten.

© dpa-infocom, dpa:201204-99-567217/3

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dpa
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