Berlin

Bundeswehr prüft Vorgehen bei Corona-Hilfe für Portugal

Intensivstation in Portugal       -  Corona-Intensivstation in einem Militärhospital bei Lissabon. Das von der Corona-Pandemie hart getroffene Portugal soll Hilfe durch die Bundeswehr erhalten.
Foto: Armando Franca/AP/dpa | Corona-Intensivstation in einem Militärhospital bei Lissabon. Das von der Corona-Pandemie hart getroffene Portugal soll Hilfe durch die Bundeswehr erhalten.

Die Bundeswehr prüft nach der Rückkehr eines medizinischen Erkundungsteams aus dem von Corona besonders hart getroffenen Portugal das weitere Vorgehen.

Art und Umfang der Unterstützung für Portugal, aus dem ein Hilfeersuchen vorliege, seien noch offen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

Das Magazin „Spiegel” berichtete am Sonntag, dass Anfang der Woche ein Team von 27 Ärzten und Sanitätern nach Portugal geschickt werden könnte, um in den überlasteten Krankenhäusern auszuhelfen. Außerdem sei die Lieferung von Feldkrankenbetten und Beatmungsgeräten geplant.

Nach „Spiegel”-Informationen wurde den Bundeswehrexperten vor Ort ein katastrophales Bild geschildert. Das Gesundheitssystem sei vollkommen überfordert, ein Großteil des Pflegepersonals in den Krankenhäusern sei selbst mit Corona infiziert. Das Ausfliegen von Patienten sei zunächst nicht geplant. Österreich teilte unterdessen am Sonntag mit, dass schwer kranke Corona-Patienten aus Portugal in das Alpenland ausgeflogen würden.

Zur Eindämmung der Pandemie riegelt sich Portugal ab. Seit Sonntag ist in dem auch bei Deutschen beliebten Urlaubsland die Ein- und Ausreise ohne triftigen Grund untersagt. An der Landgrenze zum Nachbarn und EU-Partner Spanien wurden - wie bereits im Frühjahr 2020 - wieder Kontrollen eingeführt. An Häfen und Flughäfen wurden zudem nach dem Regierungsdekret die Kontrollen verschärft. Ausnahmen gelten unter anderem für Menschen, die zur Arbeit fahren, an ihren Hauptwohnsitz zurückkehren oder beruflich unterwegs sind, für den Warentransport sowie für medizinische Notfälle oder humanitäre Hilfe.

Die 1214 Kilometer lange Landgrenze zwischen Portugal und Spanien war wegen der Pandemie bereits erstmals am 17. März geschlossen worden. Erst am 1. Juli wurde sie im Zuge der seinerzeit stark rückläufiger Zahlen wieder geöffnet.

Die Bundesregierung erklärte Portugal zum Hochrisikogebiet und verhängte dann am Freitag für das Land am Südwestzipfel Europas und andere Länder mit gefährlichen Coronavirus-Varianten eine Einreisesperre, die zunächst bis zum 17. Februar gilt.

Die Corona-Lage in Portugal ist nach Worten von Ministerpräsident António Costa „sehr schlimm”. Am Samstag wurden in dem Land mit 10,3 Millionen Einwohnern 12.435 Neuinfektionen und 293 weitere Corona-Tote registriert. Gemessen an der Bevölkerungszahl gehören diese Werte nach Berechnungen von internationalen Organisationen zu den höchsten Werten weltweit. Auf Deutschland hochgerechnet wären das rund 130.000 Infektionen und mehr als 2300 Toten binnen 24 Stunden.

Nach jüngsten Zahlen der EU-Agentur ECDC steckten sich zuletzt binnen 14 Tagen 1429 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Virus an. Damit liegt Portugal vor Spanien (1026) an der Spitze der 30 erfassten Länder. Für Deutschland betrug dieser Wert gut 265.

© dpa-infocom, dpa:210131-99-242158/4

Portugal       -  Krankenwagen warten vor einem Krankenhaus in Lissabon darauf, COVID-19-Patienten an Sanitäter zu übergeben.
Foto: Armando Franca/AP/dpa | Krankenwagen warten vor einem Krankenhaus in Lissabon darauf, COVID-19-Patienten an Sanitäter zu übergeben.
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