Düren

Großer Polizeieinsatz: Tierschützer besetzen Schlachthof

Schlachthof besetzt       -  Vermummte Personen stehen auf dem Schornstein und dem Dach des Schlachthofes. Rund 30 Personen haben den Schlachthof besetzt.
Foto: Ralf Roeger | Vermummte Personen stehen auf dem Schornstein und dem Dach des Schlachthofes. Rund 30 Personen haben den Schlachthof besetzt.

Tierrechtsaktivisten haben den Schlachthof von Düren bei Aachen besetzt und damit einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst. Rund 30 Aktivisten seien an der Besetzung beteiligt, sagte eine Polizeisprecherin.

„Hier geht es um Tierschutz. Es handelt sich um Tierrechtsaktivisten”, sagte die Sprecherin. Fünf Aktivistinnen wurden demnach in Gewahrsam genommen. Eine zweifelsfreie Identifizierung war den Angaben nach nicht möglich, weil die Fingerkuppen der Frauen manipuliert waren.

Die Besetzung begann laut Polizei in der Nacht zu Montag. „Zehn bis zwölf davon haben die Zufahrt blockiert und es befinden sich auch Personen auf dem Dach”, sagte Polizeisprecherin Carina Eickhoff. Ein Teil der Besetzer auf dem Dach habe sich angekettet. Der Schlachthofbetrieb sei vorübergehend eingestellt worden.

Gegen mehrere Personen wurde Anzeige wegen Landfriedensbruchs erstattet. Die Polizei versucht nach eigenen Angaben, mit den verbliebenen Besetzern Kontakt aufzunehmen. „Das Ziel der Einsatzkräfte vor Ort ist es, die Personen dazu zu bewegen, das Gelände friedlich und freiwillig zu verlassen”, hieß es in einer Polizeimitteilung. Ein Hubwagen stand bereit, wie ein dpa-Reporter berichtete.

In einem mutmaßlichen Bekennerschreiben hieß es, die „autonome Gruppe” wende sich mit der Aktion gegen das „massenhaften Töten von fühlenden Wesen”. Die Fleischindustrie sei auch ökologisch nicht tragbar. Der Massenkonsum tierischer Produkte trage erheblich zur Klimakrise bei und verbrauche Unmengen an Wasser und Energie, war in einem Schreiben auf der Homepage der Besetzer im Hambacher Forst „Hambi bleibt” zu lesen. Im bei Köln gelegenen Hambacher Forst wehren sich Aktivisten gegen den Braunkohletagebau und gegen die dafür vorgesehene Rodung des Waldes.

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