Berlin

Landwirtschaft und Wälder leiden unter Trockenheit

Raps       -  Ein blühendes Rapspfeld im brandenburgischen Müncheberg. Experten sehen unter anderem bei Raps seit Jahren stagnierende Erträge.
Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB | Ein blühendes Rapspfeld im brandenburgischen Müncheberg. Experten sehen unter anderem bei Raps seit Jahren stagnierende Erträge.

Ob es nach 2018 und 2019 noch ein drittes Dürrejahr geben wird, ist derzeit noch nicht absehbar. Doch so oder so müssen sich viele Bauern nach Experteneinschätzung zunehmend auf Trockenheit und Hitze einstellen.

Unter anderem bei Raps sehe man seit Jahren „stagnierende Erträge trotz intensiver Züchtungsanstrengungen”, sagte Henning Kage, Leiter des Instituts für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung der Universität Kiel.

In der vom Science Media Center organisierten Pressekonferenz prognostizierte Kage entsprechende Veränderungen beim landwirtschaftlichen Pflanzenanbau: „Es wird wahrscheinlich mehr Mais geben.” Und: „Vom Süden her kommt eben zunehmend auch mehr Soja-Anbau.” Außerdem könnten Anbaumethoden und Züchtungen angepasst werden, um klimatischen Veränderungen gegenzusteuern: „Schritt für Schritt kann man da sicher einiges tun”, sagte Kage. Gleichzeitig betonte er: „Man muss natürlich aber am Ende auch mit dem Problem leben, das ist einfach so. Wir werden dann einfach auch weiterhin stagnierende, vielleicht auch sogar sinkende (...) Erträge sehen.”

So groß die Angst bei vielen Bauern vor einer weiteren Dürre ist, so groß war vielerorts die Erleichterung über den Niederschlag in den vergangenen Tagen. Viele Pflanzen befänden sich aktuell in Wachstumsphasen, in denen sie dringend Wasser bräuchten, sagte Andreas Marx vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. „Da freut man sich eigentlich über jeden Millimeter, der fällt.” In Wäldern mache vereinzelter Niederschlag hingegen keinen signifikanten Unterschied.

Aufgrund der langen Lebensdauer von Bäumen litten Wälder besonders darunter, wenn mehrere Dürrejahre infolge aufträten, erklärte darüber hinaus Henrik Hartmann vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena. Bereits die vergangenen beiden Sommer seien klimatologisch gesehen „Extremereignisse” gewesen, sagte der Wissenschaftler. „Und dementsprechend kommen die Bäume an ihre Grenzen.” In Bezug auf einige Baumarten sei es dann „unter Umständen soweit, dass man von einer Katastrophe sprechen kann”. Hartmann nannte unter anderem die Fichte, die gerade bei wärmeren Temperaturen auch noch vom Borkenkäferbefall betroffen sei. Auch Buche und Eiche hätten Probleme.

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