Kabul

Mindestens 13 Menschen in Ostafghanistan getötet

Nangarhar       -  Die Provinz Nangarhar wird immer wieder von schweren Anschlägen erschüttert.
Foto: Saifurahman Safi/XinHua | Die Provinz Nangarhar wird immer wieder von schweren Anschlägen erschüttert.

Bei einem Anschlag in der ostafghanischen Provinz Nangarhar sind am Dienstag mindestens 13 Menschen getötet worden. Weitere mindestens 42 Personen seien verletzt worden, sagte ein Sprecher des Gouverneurs der Provinz Nangarhar, Attaullah Chogiani.

Ein Selbstmordattentäter habe sich im Bezirk Kama in dem Büro eines Kandidaten für die in drei Wochen bevorstehende Parlamentswahl in die Luft gesprengt, sagte Chogiani. Die meisten Opfer seien Verwandte und Anhänger eines Parlamentskandidaten, sagte Chogiani. Aufgrund der schweren Verletzungen vieler Verwundeter erwarte er weiter steigende Opferzahlen. Der Kandidat selbst, den die Behörden als Ziel des Anschlags sehen, war zur Zeit der Explosion nicht in seinem Büro. Bisher bekannte sich niemand zu dem Angriff.

Die Provinz Nangarhar wird immer wieder von schweren Anschlägen erschüttert. Die radikalislamischen Taliban wie die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sind in der Provinz aktiv. Zu den meisten Selbstmordattentaten in den vergangenen Monaten, die vornehmlich wenig geschützte zivile Institutionen - sogenannte weiche Ziele - trafen, bekannte sich der IS. Die Taliban distanzieren sich seit mehreren Monaten von Angriffen auf Zivilisten.

Erst vor drei Wochen starben in der Provinz bei einem Anschlag auf Demonstranten auf einer Überlandstraße 68 Menschen. Sie hatten gegen einen Kommandeur der Lokalpolizei protestiert, von dem sich die Menschen in dem Gebiet drangsaliert fühlten. Zu dem Anschlag bekannte sich niemand. Lokale Bewohner vermuteten wiederholt, der Anschlag sei von dem Kommandeur selbst in Auftrag gegeben worden.

Der Wahlkampf für die am 20. Oktober stattfindenden Parlamentswahlen startete vergangenen Freitag. Vor allem der Beginn der Wählerregistrierung ab Mitte April war von Gewalt überschattet. Laut UN wurden durch Angriffe von Islamisten alleine im ersten Monat der Wählerregistrierung 86 Zivilisten getötet und 185 verletzt.

Laut der Unabhängigen Wahlkommission IEC wurden schon vor Beginn des Wahlkampfs acht Kandidaten für die Parlamentswahl sowie zwei Kandidaten der mittlerweile verschobenen Bezirksratswahl bei Attentaten getötet. Zu diesen hatte sich niemand bekannt. Kandidaten erklären immer wieder, dass sie nicht nur Angriffe von Islamisten fürchten, sondern auch von anderen Kandidaten.

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dpa
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